Unsichere Ecken melden: Bocholt startet noch im Oktober einen „Angstraummelder“

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Bocholterinnen und Bocholter sollen der Stadt schon bald online mitteilen können, an welchen Orten sie sich unsicher fühlen. Das hat Fachbereichsleiter Martin Wolters im Ausschuss für Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Feuerwehr angekündigt. Die Funktion soll noch im Oktober auf bocholt.de an den Start gehen. Den Anstoß gaben CDU und Grüne mit einer gemeinsamen Anfrage.
Dunkle Unterführungen, verwinkelte Wege, schlecht beleuchtete Plätze: Fast jeder kennt Orte, die er abends lieber meidet. Solche sogenannten Angsträume will die Stadt Bocholt künftig systematisch erfassen. Bürgerinnen und Bürger sollen sie dafür direkt über die städtische Internetseite melden und auf einer Karte verorten können. Nach Angaben von Fachbereichsleiter Martin Wolters soll das Angebot noch in diesem Monat freigeschaltet werden.
Hintergrund ist eine gemeinsame Anfrage der CDU-Ratsfraktion und der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen vom 4. Mai 2026. Unterzeichnet haben sie die Stadtverordneten Ingo Antepohl (CDU) und Michael Burian (Grüne). Die beiden Fraktionen wollten wissen, ob sich der bestehende Ideen- und Mängelmelder der Stadt so erweitern lässt, dass dort auch unsichere Orte gemeldet werden können. Über den Mängelmelder können Bürger schon heute etwa defekte Laternen oder Schlaglöcher an die Verwaltung weitergeben.
CDU und Grüne begründen ihren Vorstoß damit, dass das Sicherheitsgefühl in Bocholt regelmäßig für Diskussionen sorge. Vor allem abends und nachts fühlten sich Teile der Bevölkerung im öffentlichen Raum unwohl. Um gezielt gegensteuern zu können, brauche es zuerst verlässliche Daten darüber, welche Orte die Menschen als unsicher empfinden. Aus den Meldungen sollen später konkrete Aufgaben für die Stadt abgeleitet werden, etwa bei der Beleuchtung oder bei der Frage, wie Wege geführt werden.
Einen besonderen Blick richten die Fraktionen auf Frauen. Sie verweisen auf Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2023, nach denen Frauen öffentliche Räume anders wahrnehmen als Männer und stärker auf die Ränder von Wegen und Plätzen achten. Zudem seien Frauen überdurchschnittlich oft von sexueller Belästigung und Gewalt betroffen. Viele mieden deshalb bestimmte Orte oder nähmen Umwege in Kauf.
Die Anfrage geht über den Meldeweg hinaus. CDU und Grüne fragten auch, was die Bürger über das neue Angebot erfahren sollen und was die technische Umsetzung kostet. Außerdem wollten sie wissen, welche Angsträume der Verwaltung bereits bekannt sind und was dort schon getan wurde, zum Beispiel mit einer Beleuchtung, die zugleich Insekten und Umwelt schont. Schließlich baten sie um Auskunft, wo im Stadtgebiet besonders häufig Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, Nötigungen oder sexuelle Belästigungen vorkommen und ob Stadt oder Polizei dort bereits reagiert haben