Bocholt

Atommüll: Auch Bocholt liegt in möglichen Endlager-Gebieten – Entscheidung frühestens 2046 erwartet

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Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll betrifft auch Bocholt. Zwar nennt der Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) keine einzelnen Städte, doch der gesamte Kreis Borken ist betroffen: Fünf Teilgebiete reichen in das Kreisgebiet hinein, ein Großteil der Fläche liegt in einem oder sogar mehreren davon. Nach Angaben des Kreises Borken sind sämtliche kreisangehörigen Kommunen betroffen, Bocholt als größte Stadt eingeschlossen.

Verantwortlich für das Verfahren ist die BGE unter Aufsicht des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Am 28. September 2020 veröffentlichte die BGE ihren Zwischenbericht Teilgebiete. Darin sind bundesweit 90 Teilgebiete benannt, in denen günstige geologische Voraussetzungen für ein Endlager erwartet werden. Zusammen machen sie, unter Berücksichtigung von Überlagerungen, rund 194.157 Quadratkilometer aus, das sind etwa 54 Prozent der Landesfläche. Dem Bericht liegen ausschließlich geologische Kriterien zugrunde. Raumplanerische Aspekte wie der Abstand zur Wohnbebauung oder die Nähe zu Naturschutzgebieten spielen erst in späteren Arbeitsschritten eine Rolle.

Im Kreis Borken sind Steinsalz und Tongesteine in ausreichender Mächtigkeit und Tiefe vorhanden. Betroffen sind die Tongesteine der Oberkreide, der Unterkreide, des mittleren Jura und des Unterjura sowie das Steinsalz des Zechstein aus dem oberen Perm. Dass der Kreis dadurch in den Fokus rückt, ist laut Kreisverwaltung nicht überraschend.

Der Kreis Borken und seine Kommunen haben sich zum Verfahren kritisch geäußert. In einer gemeinsamen Stellungnahme zum 19. August 2021 im Rahmen der Teilgebietekonferenz kritisierten sie, dass die BGE relevante Unterlagen nicht berücksichtigt habe. Deshalb seien die Teilgebiete im Kreis zu groß ausgewiesen worden. Außerdem verwiesen sie auf die bestehende Belastung durch überregionale Leitungen und auf die Nachbarschaft zu den Niederlanden. Auch der Geologische Dienst NRW hat den Zwischenbericht fachlich geprüft und am 10. Februar 2021 eine Stellungnahme erarbeitet.

Für das weitere Verfahren fordern die Vertreter von Kreis und Kommunen größtmögliche Transparenz und Beteiligungsformate, die über das im Standortauswahlgesetz vorgeschriebene Maß hinausgehen. Das Verfahren müsse zielgerichtet auf den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit ausgerichtet sein. Hintergrund ist auch die Zwischenlagerung der Brennelemente in Ahaus, die bis 2057 befristet ist und für die eine Lösung gefunden werden muss.

Aktuell läuft Schritt 2 der Phase I, in dem die 90 Teilgebiete auf wenige Standortregionen eingegrenzt werden. Dabei werden erneut Ausschlusskriterien und Mindestanforderungen angewendet, diesmal unter Einbeziehung aller bekannten Informationen und der planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien, wie es auch der Kreis Borken gefordert hatte. Für jedes Teilgebiet erstellt die BGE eine repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchung. Fällt die Bewertung ungünstig aus, scheidet das Teilgebiet aus. Die BGE schlägt am Ende Standortregionen vor, die später übertägig erkundet werden sollen. Über die tatsächlichen Standortregionen entscheidet der Deutsche Bundestag.

Der Zeitplan hat sich deutlich verschoben. Nach dem Standortauswahlgesetz war eine Standortentscheidung bis 2031 anzustreben. Mitte November 2022 wurde bekannt, dass die BGE erheblich mehr Zeit benötigt. Der Vorschlag für die Standortregionen soll nun erst 2027 vorliegen, die eigentliche Entscheidung für einen Endlagerstandort wird für die Zeitspanne 2046 bis 2068 prognostiziert. Für Bocholt heißt das: Die Unsicherheit, ob die Region am Ende als Standort in Frage kommt, wird noch Jahrzehnte anhalten.

Interessierte können sich beteiligen. Das Forum Endlagersuche berät ein- bis zweimal jährlich über die Arbeitsfortschritte der BGE, vorbereitet wird es vom öffentlich tagenden Planungsteam Forum Endlagersuche. Das BASE hat zudem die Broschüre „Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle – Was Sie dazu wissen sollten“ veröffentlicht, die auch Hinweise zu Beteiligungsmöglichkeiten enthält.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt

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