Bocholt

Clemens-Dülmer-Schule: Stadt stoppt Ausschreibung – und schweigt zu Zeitplan und Kosten

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Die Sanierung der Clemens-Dülmer-Schule verzögert sich. Obwohl acht Firmen ein Angebot für die Erd- und Rohbauarbeiten abgegeben hatten, hat die Stadt Bocholt die europaweite Ausschreibung ohne Zuschlag beendet. Auf Nachfrage spricht die Verwaltung von einem „konkreten Anpassungsbedarf im laufenden Planungsprozess“. Wann gebaut wird und was die Änderung kostet, will sie derzeit nicht sagen.

Die Clemens-Dülmer-Schule an der Stresemannstraße soll umfassend saniert und erweitert werden. Das Vorhaben ist in drei Bauabschnitte unterteilt. Für den ersten Schritt, die Erd- und Rohbauarbeiten, hatte die Stadt europaweit ausgeschrieben. Der geschätzte Auftragswert lag bei rund 1,8 Millionen Euro netto.

Acht Unternehmen reichten fristgerecht ein Angebot ein – fünf kleine und zwei mittlere Betriebe, alle aus Deutschland. Doch statt eines Zuschlags meldete die Stadt Anfang August das Ende des Verfahrens ohne Ergebnis. „Es wurde kein Wettbewerbsgewinner ermittelt, und der Wettbewerb ist abgeschlossen“, heißt es in der amtlichen Bekanntmachung. Als Begründung nannte die Verwaltung dort eine „Entscheidung des Beschaffers aufgrund geänderter Anforderungen“.

Was sich geändert hat, hat madeinbocholt.de bei der Stadt nachgefragt. Die Antwort bleibt allgemein: Hintergrund der Entscheidung sei „ein konkreter Anpassungsbedarf im laufenden Planungsprozess“, den die Verwaltung „in enger Abstimmung mit der Schulleitung derzeit sorgfältig aufarbeitet“. Zu Zeitplänen, Kosten oder den genauen Ausschreibungsinhalten könne man „zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Detailangaben machen“. Die Stadt bittet dafür um Verständnis.

Wie es weitergeht, skizziert die Verwaltung nur grob: Sobald die überarbeitete Planungsvariante fertig sei, werde sie zunächst mit den zuständigen politischen Gremien abgestimmt. Anschließend wolle die Stadt in einem Mediengespräch ausführlich über die Planungen informieren. Einen Termin dafür nennt sie nicht.

Klar ist damit nur eines: Der ursprüngliche Zeitplan ist Makulatur. Die Erd- und Rohbauarbeiten sollten am 24. August 2026 beginnen und bis Ende Mai 2028 dauern. Dieser Starttermin ist inzwischen verstrichen, ohne dass ein Unternehmen beauftragt wäre. Für die acht Bieter, die ihre Angebote kalkuliert und eingereicht hatten, war der Aufwand vergeblich – ob sie sich an einer neuen Ausschreibung erneut beteiligen, ist offen. Offen bleibt auch, ob sich mit der überarbeiteten Planung der Kostenrahmen der gesamten Schulsanierung verschiebt.

 

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