Bocholt

GLOSSE: Alarmstufe Rotorblatt – Übungsflug versetzt Bocholt in helle Aufregung!

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Dienstag, kurz vor zwölf. Über der Bocholter Innenstadt hängt ein Hubschrauber – tief genug, dass man das Blau-Silber der Polizei erkennen kann. Was folgt, ist eine lokale Fallstudie darüber, wie wenig es braucht, damit eine (Innen-)Stadt binnen Minuten in helle Aufregung versetzt wird.

Die sozialen Medien reagieren, wie sie immer reagieren, wenn ein lautes Fluggerät über einer Stadt mit viel Freizeit und noch mehr Handyempfang kreist: mit Theorien, die sich gegenseitig überbieten. Großrazzia. Amoklauf. Irgendwas mit Drogen. Man will es ja nicht wirklich selbst wissen. Aber man fragt sicherheitshalber – „für einen Bekannten“.

Die Pointe liefert schließlich die Polizei selbst. Auf Nachfrage, was da über der Stadt fliegt, kommt zunächst: Ratlosigkeit. Fünfzig Minuten dauert es, bis die Auflösung kommt, und sie ist so unspektakulär, wie es nur geht: ein Trainingsflug des Landesamtes für zentrale polizeiliche Dienste. Keine Fahndung, kein Großeinsatz, keine Gefahr – nur ein paar Beamte, die üben mussten, und Bocholt musste zufällig der Übungsplatz sein.

Am Ende bleibt die eigentliche Erkenntnis des Tages: Ein Rotorgeräusch reicht in Bocholt aus, um binnen Minuten eine kollektive Verschwörungstheorie zu produzieren, während die Wahrheit – wie so oft – erst dann ankommt, wenn die Aufregung schon wieder vorbei ist. Vielleicht sollte man beim nächsten Trainingsflug einfach vorher Bescheid sagen…

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