Ein Hoffnungsträger sieht seine Felle davonschwimmen

Ein Kommentar von BERTHOLD BLESENKEMPERDas hat ja nun wirklich nicht lange gedauert.  Nur zwei Tage nach der Vorhersage von Made in Bocholt, dass der umstrittene EWIBO-Deal nach der FDP und der SPD-Fraktion am Ende auch die CDU spalten werde, hat die Partei heute eine Stellungnahme ihres designierten Bürgermeisterkandidaten Thomas Kerkhoff veröffentlicht.  In der mischt sich der Bürgermeister von Gescher massiv in interne Angelegenheiten der Bocholter Stadtverordnetenversammlung ein, belehrt die Ratsmitglieder und kritisiert indirekt die eigene Fraktion im Rat. Wie peinlich ist das denn! Der Mann ist noch nicht einmal von seiner eigenen Basis gewählt, sondern lediglich von der Findungskommission vorschlagen und wird schon als Ein-Mann-Löschtrupp in die lodernden Flammen vorgeschickt, um an allen Ecken und Ende gleichzeitig Gegenfeuer zu legen. Er hat offenbar das zu erklären, was viele in der Union denken, aber sich nicht öffentlich zu sagen trauen. Ein Armutszeugnis für den Stadtverbandschef  Lukas Kwiatkowski – und für den Fraktionschef Burkhard Weber erst Recht. Denn eines ist offensichtlich. Die Unionsfraktion im Bocholter Rat wird einzig und allein noch durch den Fraktionszwang zusammengehalten. Inhaltlich steht man nicht nur in Sachen EWIBO längst auf verschiedenen Seiten. Thomas Kerkhoff sieht seine Felle offenbar schon ein Jahr vor der Wahl mächtig davonschwimmen. Er tritt deshalb die Flucht nach vorne an. Das zeugt zwar einerseits von Mut und Führungswillen. Andererseits jedoch muss bezweifelt werden, ob der Hoffnungsträger der Union es tatsächlich durchhält, in Gescher einen Fulltime-Job zu machen und gleichzeitig von dort aus ein Jahr lang Wahlkampf zu betreiben, die in der EWIBO-Frage heillos zerstrittene CDU in Bocholt zu führen und ohne jede Mandat Opposition im hiesigen Rat zu machen. […]

Angst (vor dem EWIBO-Kollaps) essen Seele auf

Eine Analyse von BERTHOLD BLESENKEMPEREigentlich sollte man als Journalist Antworten liefern statt überwiegend Fragen zu stellen. Doch in der anhaltenden, täglich weiter eskalierenden EWIBO-Diskussion (jetzt entzweit sich auch noch die SPD-Fraktion an dieser Frage) muss ich es ausnahmsweise umgekehrt machen. Es bleiben nach der jüngsten Ratssitzung nämlich nach wie vor einfach zu viele Fragen offen. Am Ende ergibt sich auf all diese Fragen jedoch für mich persönlich nur eine schlüssige, wenn auch zugegeben spekulative Antwort.  Beginnen wir also mit den Fragen:Warum brachte ausgerechnet das EWIBO-Aufsichtsratsmitglied Kai Elsweier als Kämmerer und nicht der für Grundstücksgeschäfte zuständige, aber eben nicht im  EWIBO-Aufsichtsrat vertretene Stadtbaurat Daniel Zöhler den EWIBO-Antrag in den Rat ein?Warum wurde der zuständige, aber als EWIBO-kritisch geltende Stadtbaurat Zöhler vorher weder gehört, gefragt noch eingebunden?Warum wurde Zöhlers höchst ablehnende, der EWIBO gegenüber in Teilen sogar vernichtende Stellungnahme im Rat nicht einmal ansatzweise diskutiert?Warum wurde der Antrag der EWIBO-Aufsichtsratsmitglieder in der Verwaltungsspitze in dieser Eile unter Umgehung sämtlicher Fachausschüsse und der sonstigen politischen Gepflogenheiten direkt in den Rat eingebracht?Warum verstieß der Rat während der entscheidenden Sitzung ausnahmsweise gegen die intern gelebte und gewohnte Absprache, im Falle eines soliden Vertagungsantrages auch tatsächlich zu vertagen?Warum kippte der Rat den eher strategischen Punkt des Vorranges der EWIBO bei künftigen Grundstücksgeschäften, bestand aber weiter auf die finanztechnisch relevante Aufstockung des EWIBO-Eigenkapitals sowie die ebenfalls millionenschwere Schenkung/Übertragung des Grundstückes an der Bleiche?Warum hat EWIBO-Aufsichtsratsmitglied Norbert Bastians (FDP), der parteiintern Streit mit der eher EWIBO-kritischen Fraktion hatte, wenige Tag vor der Entscheidung überraschend alle Parteiämter niedergelegt?Warum haben die EWIBO-Aufsichtsratsmitglieder Peter Wiegel und Annette Wessels (SPD) bei der Vertagungsabstimmung offenbar gegen eine interne Fraktionsabsprache verstoßen und so den Bruch der Fraktion hingenommen?Warum haben JU- und MIT-Mitglieder wie Lukas Behrendt oder Christina Herbrand (CDU), deren Organisationen ausdrücklich gegen das Feuerwachen-Geschäft an der Bleiche waren, im Rat als Mitglieder der Unionsfraktion dafür gestimmt? Warum sind überhaupt überwiegend nur diejenigen Fraktionen oder Stadtverordneten gegen die EWIBO-Pläne, die keine direkte Anbindung an den EWIBO-Aufsichtsrat haben?Warum setzen sich umgekehrt nur die Fraktionen oder Stadtverordneten, die eine direkte Anbindung an den EWIBO-Aufsichtsrat haben, derartig massiv für die EWIBO-Erweiterung ein?Warum nimmt der Rat die EWIBO und vor allem deren bedauernswerten Mitarbeiter nicht endlich aus der Schusslinie, sondern zieht die Sache durch – koste es was es wolle?Für all diese Fragen kann es meiner Ansicht nach nur ein Motiv als Antwort geben: ANGST. Es ist die Angst vor einem finanziellen Kollaps der EWIBO. Deren wichtigster Geschäftszweig „Flüchtlingsunterbringung und -versorgung“ ist nämlich zusammengebrochen.  Damit fehlt ein Millionen-Umsatz. Die Folge war schon im Geschäftsjahr 2018 ein Verlust in Höhe von 300.000 Euro. 2019 dürfte es nicht besser aussehen. Nun scheint die 100prozentige Tochter der Stadt sehr viel und vor allem sehr, sehr schnell Geld zu benötigen. Denn das zuletzt ausgewiesene Eigenkapital von 7,5 Millionen Euro reicht bei weitem nicht aus, um die eigenen Wohnungsbaupläne zu finanzieren. Aber nur die scheinen momentan das eingebrochene Flüchtlingsgeschäft überhaupt noch kompensieren zu können. Damit ist die EWIBO auf Gedeih und Verderb auf möglichst schnelle Wohnungsbauerlöse angewiesen. Das erklärt auch die Hektik, mit der der Beschlus durchgepeitscht wurde.Zur Angst kommt ernorme politische Nervosität hinzu. Was passiert, wenn die vermutete EWIBO-Blase noch vor den Kommunalwahlen 2020 platzen sollte? Zumindest die CDU könnte dann einpacken. Das würde auch ihre plötzliche, unerwartete Geschlossenheit im Rat und das völlige Ignorieren der Empfehlungen des Stadtbaurates erklären. Und was passiert erst, wenn jemand Bürgermeister werden sollte, der das in unzähligen Punkten zumindest sehr, sehr ungewöhnliche Verhalten der EWIBO-Aufsichtsratsmitglieder ernsthaft hinterfragen und prüfen sollte? Die Angst hat bereits jetzt die Verwaltungsspitze, die FDP und heute auch die SPD-Fraktion in zwei Lager geteilt. Als nächstes wird die CDU an der Reihe sein. Denn Angst, so beschrieb es Rainer Werner Fassbinder einmal in einem filmische Melodram, „Angst essen Seele auf“. […]

Das Klima im Rathaus ist vergiftet

Ein Kommentar von BERTHOLD BLESENKEMPERDas hat es im Bocholter Rathaus auch noch nicht gegeben. Ein Kämmerer, der unter Umgehung des Fachdezernates einen Antrag einbringt. Ein Stadtbaurat, der sich daraufhin offen gegen seine Vorstandskollegen stellt und dem Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft partielle Unfähigkeit bescheinigt. Eine Stadtverordnetenversammlung, die trotz Vertagungsantrag und vieler offener Fragen einen Beschluss durchpeitscht. Und EWIBO-Mitarbeiter, die unter Missachtung der Befangenheitsregel einfach mitstimmen. Das alles lässt nur einen Schluss zu: Das Klima im Rathaus ist endgültig vergiftet. Die Nerven liegen blank.Bocholt, oder sagen wir besser die EWIBO, muss in großer Not sein. Anders lässt sich nicht erklären, warum es die Stadtverordnetenversammlung derartig eilig hatte. Man hätte die Entscheidung über den weiteren Ausbau der Tochtergesellschaft vertagen, die Bedenken ausräumen, die Ergebnisse eines demokratischen Prozesses sauber kommunizieren und dann wenige Wochen entscheiden können.  Stattdessen werden die Pläne stur durchgezogen und die Widerstände in den eigenen Parteien, in der Wirtschaft, den Medien und in der Bevölkerung ignoriert.  Mit keinem einzigen Satz ist die Politik auf die fachlichen Bedenken ihres Stadtbaurates eingegangen. Seine über fünf DIN-A4-Seiten gehenden Stellungnahme wurde stattdessen (überwiegend grummelnd) zur Kenntnis genommen und ad acta gelegt.Die Folgen sind verheerend. Die Verwaltungsspitze präsentiert sich als ein Gremium von Kampfhähnen, in der der eine mit dem anderen nicht kann. Erst entziehen sich Stadtbaurat Zöhler und der Erste Stadtrat Waschky öffentlich das Du. Dann umgeht Kämmerer Elsweier das Baudezernat bei einem wichtigen Beschluss. Im Gegenzug stellt sich der Stadtbaurat Zöhler öffentlich gegen seine Kollegen. Damit dürfte der einstige Hoffnungsträger der CDU – und hier vor allem der Jungen Union – innerhalb des Verwaltungsvorstandes nun endgültig völlig isoliert sein.  Und Bürgermeister Peter Nebelo droht ausgerechnet in den letzten Monaten seiner Amtszeit ein desaströser Gesichtsverlust.Denn die Chaostage im Rathaus werden weitergehen. Die permanente, öffentliche Kritik an der EWIBO konnten Politik und Verwaltungsspitze ja noch als „unverantwortliche Hetze“ der Presse und der Nutzer sozialer Medien abtun. Spätestens dem vernichtenden Urteil ihres eigenen Bauexperten, der der EWIBO öffentlich jedwede Fähigkeit abspricht, eine Wohnungsbaugesellschaft zu sein oder zu werden, werden sie sich aber unvermeidlich stellen müssen.Lesen Sie dazu auch unseren Bericht Von „unverantwortlicher Hetze“ bis „Totalversagen“: EWIBO-Beschluss spaltet Fraktionen und Verwaltungsspitze […]

Stil trifft Natürlichkeit – Hotel Am Erzengel in neuer Frische

– Gesponserter Beitrag -Das Hotel Am Erzengel erstrahlt in neuem GlanzIn frischem Glanz erstrahlt jetzt das mit 4 Sternen ausgezeichnete Hotel Am Erzengel in Bocholt. Zwei Jahre lang wurden die 60 Zimmer schrittweise renoviert und an die aktuellen Ansprüche an Eleganz und exquisite Ausstattung angepasst. Moderne Technik trifft auf eine stilvolle und gleichzeitig gemütliche Einrichtung. „Das passt für unsere Business-Kunden wie Radtouristen oder Wochenendausflügler gleichermaßen“, meint Chefin Martina Koenen . Genauso wichtig wie die moderne Ausstattung ist ihr außerdem der hohe Service-Level, auf den man an der Münsterstraße von Beginn an ganz besonderen Wert legt.Egal ob moderne Bäder, Betten mit hohem Liegekomfort, Allergiker freundlichen Fußböden oder ein kostenloser Breitband-Internetzugang – auf jedes Detail wurde bei der Neugestaltung geachtet. Die 25 bis 35 Quadratmeter großen Einzel- und Doppelzimmer wie auch die Suiten fallen hell und freundlich aus. Natürliche Farben und Materialien dominieren. Bei Bedarf bieten die Räumlichkeiten zudem ausreichend Platz für kleine FamilienHotel erweitert FrühstücksangebotErweitert wurde parallel das Frühstücksangebot. Neben dem Frühstücks-Buffet gibt es am Erzengel eine vegane oder vegetarische sowie auf zahlreiche Unverträglichkeiten abgestimmte Küche. „Wir machen alles frisch und auf Wunsch individuell für jeden Gast“, so Martina Koenen.Den gleichen Maßstab legt sie an das Restaurant, die Tagungsräume und den großen Saal des traditionsreichen Hauses an. „Der Erzengel“ benannt nach dem benachbarten Bildstock des heiligen St. Michael, ist überregional für seine familiengeführte Spitzengastronomie bekannt. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Westfälische Hochschule sowie das angegliederte Technologie- und Innovationszentrum, aber auch der von Erholungssuchenden gerne angesteuerte Aa-See sowie der Stadtwald.Familiengeführte SpitzengastronomieAlle Gäste können kostenlos parken. Für diejenigen, die anschließend auf zwei Räder umsteigen und Ausflüge in die angrenzende westfälische Parklandschaft machen möchten, hält das Hotel Am Erzengel Leihräder bereit und arbeitet mit einem Fachgeschäft auf der gegenüberliegenden Straßenseite zusammen. Das garantiert im Notfall einen einmaligen Pannenservice. Mehr Information finden Sie unter www.am-erzengel.deFrühstücksraumEmpfangBadZimmer […]

Die teilweise Wiedereinführung des Sozialismus auf kommunaler Ebene

Ein Kommentar von BERTHOLD BLESENKEMPERDas ist der Gipfel der Klüngelei in Bocholt. Da hocken sich die Aufsichtsratsmitglieder der EWIBO – von mir spöttisch auch gerne „Fanclub“ genannt – mit dem Geschäftsführer und dem Kämmerer der Stadt zusammen und beschließen 30 Jahre nach dem Ende der DDR die teilweise Wiedereinführung des Sozialismus auf kommunaler Ebene. Denn künftig soll vorrangig die eigene Tochtergesellschaft, die bislang noch nie eine einzige Sozialwohnung gebaut hat und alle dementsprechenden Versprechen gebrochen hat, Zugriff auf sämtliche städtischen Grundstücke haben, die für große Bauprojekte geeignet sind.  Etablierte gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften oder erfahrene private Investoren, die ihre Kompetenz und  Leistungsbereitschaft tagtäglich unter Beweis stellen (und tatsächlich auch real bauen), dürfen sich hinten anstellen. Damit nicht genug: Verdiente Genossenschaften wie die Bocholter Heimbau eG müssten sich eigentlich angesichts der Dauerohrfeigen aus dem Rathaus vor Schmerzen winden. Während sie seit Jahrzehnten zeigen, dass eine „Konzentration ausschließlich auf den geförderten Wohnungsbau“ wirtschaftlich durchaus darstellbar ist, ist der neue Stern am kommunalen Immobilienfirmament offenbar trotz aller denkbaren Finanzspritzen aus dem Rathaus exakt dazu nicht in der Lage. Deshalb soll der EWIBO zusätzlich gewährt werden, neben sozialen auch frei finanzierten Wohnungsbau zu betreiben oder zumindest zu regeln. Unfassbar.Selbst wenn man die von der Verwaltung gern zitierte Gemeinnützigkeit der EWIBO berücksichtigt und allen Beteiligten mit der angestrebten Schaffung sozialen Wohnraums gute Absichten unterstellt, ist die Vorlage Nummer 0218/2019 eine Katastrophe für die Stadt. Sie bindet derartig viel Geld, dass beispielsweise die Innenstadtsanierung wohl verschoben werden muss.  Die Prioriätenliste des Rates ist folglich nicht mehr das Papier wert, auf die sie erst vor wenigen Monaten geschrieben wurde.Und damit nicht genug: Mit einem Plan, die ohne Beteiligung der Fachausschüsse, ja offensichtlich nicht mal  mit Wissen des Baudezernats sozusagen im Eilverfahren im Rat durchgedrückt werden soll, wird die politische Kultur in Bocholt nicht nur nach Ansicht der FDP endgültig zerstört.  Selbst innerhalb der CDU herrscht teilweises Entsetzen.  Spannend zu sehen, wie der Stadtverbandsvorsitzende und gleichzeitig EWIBO-Mitarbeiter Lukas Kwiatkowski diesen Spagat bewältigen wird.Für die Union könnte die EWIBO nicht nur zur Zerreißprobe, sondern gleichzeitig zum Kommunalwahlkampf-GAU des kommenden Jahres werden. Denn sie muss dem Bürger klar machen, dass sie bereit ist, für die EWIBO sowie eine Luxusvariante der Rathaussanierung jede erdenkliche Summe freizuschaufeln , damit aber seine Wünsche leider nicht mehr berücksichtigen kann. Spätestens wenn der Urnengang verloren ist, wird die Union merken, dass die EWIBO nur vordergründig „mildtätig“ (Zitat Kämmerer Elsweier), politisch und gesellschaftlich jedoch hauptsächlich spaltend wirkt. […]

Stadtverwaltung fordert bei Grundstücksdeals Vorrang für die EWIBO

Ein Bericht von BERTHOLD BLESENKEMPERDie Junge Union und die CDU-Mittelstandsvereinigung sind auf 180. Der FDP-Fraktionsvorsitzende spricht gar von einem „Skandal“. Auslöser dieser zum Teil heftigen Reaktionen ist eine Vorlage für die nächste Ratssitzung, in der die Verwaltung  – wohl unter Umgehung sämtlicher Fachausschüsse und des Baudezernats – einen massiven Ausbau der EWIBO zu einem führenden Wohnungsbauunternehmen in der Stadt fordert. Dafür muss nicht nur die Eigenkapitalquote der städtischen Tochtergesellschaft um weitere fünf Millionen Euro aufgestockt werden. Gleichzeitig sollten sämtliche städtischen Grundstücke, die eine Perspektive für so genannten Geschosswohnungsbau haben,  demnächst vorrangig der EWIBO zur Verfügung gestellt werden. Weil das alles viel Geld verschlingt, müssen offenbar bislang priorisierte Projekte wie die Innenstadtsanierung, der Nordring und das neue Zentrum in Stenern verschoben werden. Jetzt läuft besonders bei der Union die Basis Sturm.Eigentlich sollte es in der Vorlage mit der Nummer 0218/2019 lediglich um die Übertragung des Grundstückes der abgerissenen Feuer- und Rettungswache an der Bleiche gehen. Dort will die EWIBO bekanntlich einen Kindergarten und Sozialwohnungen bauen. Schon das allein war und ist in Reihen der Politik umstritten. Die nun von Kämmerer Kai Elsweier zusätzlich eingebaute Kapitalaufstockung für die Tochter, mehr aber noch die neu herausgegebene Devise „EWIBO first!“ schlugen indes ein wie ein Bombe.  Diese beiden Punkte sind offenbar Ergebnis einer Tagung des Ewibo-Aufsichtsrates, in dem die führenden Politiker des Rates sitzen. Die Verwaltung begründet ihren Vorschlag mit einer optimierten Steuerungsmöglichkeit am lokalen Wohnungsmarkt. Sie will mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. In der Begründung allerdings verrät sie, dass es eigentlich um mehr geht. „Eine Konzentration ausschließlich auf den geförderten Wohnungsbau wäre wirtschaftlich nicht darstellbar und auch inhaltlich nicht zielführend“, schreibt Kai Elsweier und schlägt deshalb vor, dass sich die EWIBO mit Hilfe von Investoren gleichzeitig auch intensiv um den frei finanzierten Wohnraum kümmern soll. Eine Konkurrenzsituation mit privaten oder genossenschaftlichen Investitionsmaßnahmen werde nicht angestrebt, heißt es weiter. Zudem betont Elsweier, die Tochtergesellschaft  handele ja ausschließlich gemeinnützig und mildtätig.FDP-Fraktionsschef Burkhard Henneken ist sprachlos: „Der Stadtrat als Kontrollorgan wird mit Füssen getreten und vor vollendeten Tatsachen gestellt und vom EWIBO-Aufsichtsrat brüskiert“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Ungewohnt heftigen Widerstand gibt es auch innerhalb der CDU. Junge Union (JU) und die Mittelstandsvereinigung (MIT) sprachen sich vor internen Beratungen in einem gemeinsamen Schreiben an die Fraktionsmitglieder zumindest in Sachen alte Feuerwache für eine öffentliche Ausschreibung und damit gegen die Überschreibung an die Ewibo aus. Sie verweisen dabei auf die angespannte Finanzlage der Stadt. „Vor diesem Hintergrund ist es aus unserer Sicht nicht sinnvoll, das alte Feuerwehrgelände der Ewibo zu überschreiben. Durch eine Vergabe im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs können wir dieselben Ziele erreichen, ohne den städtischen Haushalt mit Millionensummen zu strapazieren. Denn durch den Verkauf an ein Wohnungsbauunternehmen könnte die Stadt nicht nur eine siebenstellige Summe einnehmen, auch eine weitere Millionensumme, die für die Bebauung durch die Ewibo erforderlich wäre, könnte eingespart werden. Wir sollten daher zunächst versuchen, bezahlbaren Wohnraum durch die freie Vergabe mit festgeschriebenen Sozialwohnungsanteilen zu schaffen, bevor wir die Ewibo mit nicht vorhandenem Geld zu einem Wohnungsunternehmen ausbauen“, heißt es in der Pressemitteilung der CDU. Dennoch wird die Mehrheit der Union im Rat der Übertragung wohl zustimmen.Kein Wort ist derweil in der Erklärung der Partei über den von der Verwaltung präferierten weiteren Ausbau der EWIBO und die künftige Bevorzugung der Tochtergesellschaft bei Grundstücksgeschäften zu finden. Offenbar gibt es dazu intern noch Beratungsbedarf.Lesen Sie zu diesem Artikel auch den Kommentar „Die teilweise Wiedereinführung des Sozialismus auf kommunaler Ebene“ von Berthold BlesenkemperWeitere Dokumente finden Sie hierOriginalvorlage für die RatssitzungPressemitteilung der CDUPressemitteilung der FDP-FraktionPressemitteilung der Sozialen Liste […]

Manufaktur FRESCOLORI® Mitglied im deutschen Rat für Formgebung

Die Manufaktur FRESCOLORI® ist jetzt Mitglied im deutschen Rat für Formgebung. Gleichzeitig wurde die Bocholter Firma in die Publikation „Die großen deutschen Marken“ aufgenommen. Damit würdigte das German Design Council insbesondere den Einsatz des von Frank Ewering gegründeten und bis heute geleiteten Unternehmens im Bereich Markenführung und Innovationskraft. FRESCOLORI® hatte in der Vergangenheit mehrfach Auszeichnungen erhalten, darunter den „reddot award“ 2014, den „German Design Award“ 2015 und den „Plus X Award“ 2016.Der Gründung des Rates für Formgebung geht auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages zurück. Der hatte Anfang der 50er Jahre die Einrichtung eines Gremiums zur Förderung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit und Produktqualität gefordert. Das setzen der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie einige bedeutende Unternehmen 1953 in die Tat um.Seitdem fördert der Rat Design, Markenführung und Innovationskraft und schafft ein Netzwerk für jene Unternehmen, die diese Erfolgsfaktoren strategisch einsetzen und dadurch die Wirtschaft voranbringen. Heute sind in diesem Gremium mehr als 300 bedeutende Unternehmen und Institutionen vertreten.Jährlich gibt der Rat zudem ein Buch mit den besten Beispielen in der Bundesrepublik heraus  Die Ausgabe 2020 wurde jetzt anlässlich der Design-Gala unter dem Titel »Zukunft. Innovation. Gestalten.« präsentiert. Ein Kapital darin ist der Manufaktur FRESCOLORI® gewidmet.Anlage Foto, Quelle: Rat für Formgebung / Foto: Martin Diepold –Grand Visions […]

Schuldirektor schlägt der Stadt im Mensastreit ein Schnippchen

Von BERTHOLD BLESENKEMPERDer Direktor der Mariengymnasiums, Wilfried Flüchter, hat im Streit um die künftige Mittagsverpflegung der Stadt ein Schnippchen geschlagen. Wie berichtet sollten seine Schülerinnen und Schüler, die bislang im Rathausrestaurant essen, während der Sanierung der Verwaltungszentrale ab 2020 zwei Jahre lang Mittag für Mittag geschlossen in die 750 Meter entfernte Arnold-Janssen-Schule marschieren und dort ihre Menü auswählen. „Unzumutbar“, hatte Flüchter gemeint und sich für eine provisorische Container-Kantine ausgesprochen. Die wiederum war der Stadt zu teuer. Jetzt aber nutzt der Schulchef eine kleine Änderung in einem Schulerlass, die es ihm erlaubt, so gut wie ganz auf die Mittagsverpflegung zu verzichten. War bislang nach sechs 45-minütigen Unterrichtsstunden eine einstündige Mittagspause vorgeschrieben, so wurde die maximale morgendliche Unterrichtszeit vom Ministerium in Düsseldorf probehalber  zunächst für ein Jahr von 300 auf 315  Minuten verlängert. Damit passen nun exakt sieben Schulstunden in den zulässigen Zeitrahmen. „Das reicht bei uns selbst für die Oberstufe aus“, so Flüchter gegenüber Made in Bocholt.  Sollten Eltern dennoch eine Verpflegung ihrer Kinder wünschen, könne das durch die Schulküche und die Cafeteria im Gymnasium gewährleistet werden, hieß es weiter.„Für uns ist das die beste Lösung“, kommentierte Wilfried Flüchter und erklärte, dass die Eltern diese neue Lösung ausdrücklich begrüßt hätten. Pech indes hat der private Caterer, der bislang das Essen lieferte und künftig auf rund 50 Kunden täglich verzichten muss. Unklar ist auch, wie sich die Änderung der maximalen morgendlichen Unterrichtszeit auf andere Schulen auswirkt. Sollten andere Direktoren Wilfried Flüchters Beispiel folgen,  könnte das Geschäftsmodell anderen Mensa-Betreiber ins Wanken geraten. […]

In Westfälisch-Kongo liegen die Nerven blank

Ein Kommentar von BERTHOLD BLESENKEMPERJahrelang hat das Kungelei-Netzwerk in Bocholt prima funktioniert. Und zwar so gut, dass die größte Stadt des Westmünsterlandes – wie schon mal berichtet – von den Nachbarn gerne mit dem Begriff „Westfälisch-Kongo“ verspottet wurde. Inzwischen aber liegen an der Aa die Nerven blank. Spätestens mit der offenbar nicht abgesprochenen Preiserhöhung der Ewibo für Schulessen ist das Fass übergelaufen. Der FDP ist der Kragen geplatzt. Die teuren Förderzuschüsse in Richtung Ewibo müssten ein Ende haben. „Es ist der Hohn auf Socken, wie leichtfertig die Stadt das Geld der Bürger ausgibt“, meint Fraktionschef Burkhard Henneken in einer Pressemitteilung. Und Kevin Eising als Vorsitzender der JuLis ergänzt: „Ein Schlag ins Gesicht für alle, die vernünftig wirtschaften und wirtschaften wollen. Die Krake muss endlich aufhören zu wachsen und das Zuschauen von Politik ein Ende haben.“ Gemeint ist damit insbesondere der überwigend aus Ratsmitgliedern bestehende Aufsichtsrat der Ewibo, der in der Öffentlichkeit oft eher einem Fanclub als einem kritischen Kontrollgremium der städtischen Tochter gleicht. Selbst in der CDU wird es einigen offenbar langsam zu viel. Während die Fraktion weiterhin vor auf Friede, Freude, Eierkuchen macht, ließ Ortsparteichef Lukas Kwiatkowski im Mai diesen Jahres in einem BBV-Interview schon mal durchblicken: „Es wird Zeit, wieder rationale Entscheidungen zu fällen, die nicht davon abhängig sind, wessen Schwager ich gerade bin, ob ich irgendjemanden aus einem Verein kenne oder in einem Abhängigkeitsverhältnis stehe“. Durchaus markige Worte für jemanden, der als Mitarbeiter der Ewibo professioneller Teil des Systems ist.Und dieses System funktionierte so lange gut, wie auch die Ewibo funktionierte. Doch damit scheint es vorbei zu sein. Die städtische Tochter schwächelt. Während andere Wohnungsbaugesellschaften beweisen, wie man innerhalb von nicht einmal 18 Monaten Blocks mit 14 Wohneinheiten hochzieht, bleibt es bei der Ewibo in Sachen sozialen Wohnungsbau meist nur bei großspurigen Ankündigungen. Auch die Bewirtschaftung der Tiefgarage ist alles anderes als ein Erfolgsmodell. Hinzu kommen jetzt die völlig überteuerten Schulessen. Und schließlich musste Geschäftsführer Berthold Klein-Schmeink auch noch eingestehen, dass er das vergangene Geschäftsjahr mit 300.000 Euro Verlust abschließt. Peinlicher als diese durchaus zu verkraftende Tatsache ist die Begründung.  Ausbleibende Flüchtlinge nämlich sollen Schuld für das Minus sein. Damit gesteht Klein-Schmeink im Umkehrschluss ein, dass die Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern für die Ewibo ein mehr als lukratives Geschäft ist. Überhaupt scheint der Chef der städtischen Tochter mehr und mehr seine Souveränität zu verlieren. Im Gespräch mit dem BBV rutschte im heraus, dass die von Made in Bocholt vor Monaten bereits kritisch unter die Lupe genommene Zeitarbeitsfirma PSA GmbH, deren Geschäftsführer Klein-Schmeink ebenfalls ist, einzig und allein aus der Ewibo ausgelagert wurde, um deren Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden. Die PSA GmbH, die privatwirtschaftlich tätig ist, Bocholter  Unternehmen Konkurrenz macht  und damit – gänzlich unkontrolliert von der Politik – bis zu einer halben Million Euro Gewinn jährlich macht, wurde stattdessen von den Sozialvereinen LIA und Jusina übernommen. Die wiederum werden – ebenfalls gänzlich unkontrolliert von der Politik – von Ewibo-Mitarbeitern sowie deren Frauen unter der (An-)Leitung von Berthold Klein-Schmeink geführt. Stellt sich die Frage, was eigentlich mit deren Gemeinnützigkeit ist?Derweil gruppiert sich der größte Teil des Rates demonstrativ weiter hinter beziehungsweise vor die Ewibo. Die Parteien haben allerdings auch keine andere Wahl. Sie müssen – wenn auch nicht als Verursacher, so doch als Befürworter des Systems – auf Zeit spielen. Denn sollte im Kommunalwahlkampfjahr 2020 die Kungelei-Blase endgültig platzten, könnte den Wahlhoffnungen so mancher Partei das gleiche Schicksal ereilen.  […]

Gildhuis setzt mit „Broetchen.taxi“ auf digitale Bäckereifiliale

– Gesponserter Beitrag -Sonntagmorgen in Bocholt. Lange Schlangen an den Tankstellenkassen. Die Kunden kaufen nur wenig Benzin, dafür aber jede Menge Brötchen. Andere backen sich zu Hause Fertigteiglinge aus dem Supermarkt oder ihre hart gewordenen Brötchen von vorgestern auf. „Das hat mich als Bäcker immer schon unheimlich geärgert“, meint Christian Gildhuis. Man müsste den Menschen das Frühstück einfach nach Hause liefern können wie Pizzas oder Sushi, so sein Gedanke. Auf eine ähnliche Idee war zwischenzeitlich auch der junge Bocholter App-Entwickler  Mathis Schülingkamp gekommen. Deshalb funkte es auch gleich, als die beiden eher zufällig zusammen- und ins Gespräch kamen. Das Ergebnis nach fünf Monaten gemeinsamen Tüfelns und Programmierens: „Broetchen.taxi“ , ein Lieferdienst für Backwaren, Aufschnitt, Getränke, die Bild-Zeitung und vieles mehr. Der Service selbst ist für Christian Gildhuis nichts Neues. Schon seit Jahren lässt er mit Hilfe eines eigenen Onlineshops und eines Bocholter Taxiunternehmens so genannte „Meeting-Platten“ mit belegten Brötchen ins Haus oder Büro bringen. Vor allem bei Geschäftskunden kam das gut an. Der Erfolg machte Gildhuis Mut, auch Endkunden direkt anzusprechen. „Wir als Handwerker müssen digital denken wie andere Unternehmen auch“, meinte er und tat sich mit Mathis Schülingkamp zusammen. Der schlug die Entwicklung einer App vor, die weit mehr kann als eine Webseite. „Mit der App kann man mobil bezahlen, den Fortschritt der Bestellung abrufen, Bestellungen terminieren, ein Rabattsystem pflegen und, und, und…“, erklärt der junge Entwickler.Auch für die Bäckerei ergeben sich Vorteile. Die Fahrer können neue Bestellungen jederzeit von unterwegs abrufen. Zudem laufen diese direkt in der Filiale auf. Nicht zu unterschätzen ist  laut Christian Gildhuis auch der Marketingeffekt. „Man ist über das Handy sozusagen beim Kunden in der Hosen- oder Handtasche“, erläutert der Chef. Das erlaube es dem Unternehmen, Besteller fünf Minuten vor Ankunft der Fahrer per so genannter Push-Nachricht über deren Eintreffen zu informieren, aber auf dem gleichen Weg auch Sonderangebote oder Aktionen anzukündigen.Grund genug für den Bäcker, viel Zeit und auch einiges Geld zu investieren. Finanzielle Unterstützung gab es dabei aus einem Förderprogramm des Bundes. Der Rest war eine Mischung aus Ideen, Programmierung und tagelanger Tests. Inzwischen funktioniert „Broetchen.taxi“ fehlerfrei. Auf Dauer wollen Gildhuis und Schülingkamp die App auch anderen Bäckern anbieten. „Die Technik steht. Damit kann man das System auch in andere Städte ausrollen“, so die beiden. Und der Bedarf scheint groß zu sein. Innerhalb weniger Tage wurde die App bereits 800mal heruntergeladen. „Wir haben damit allein im ersten Monat schon 1500 Euro Umsatz gemacht“, verrät Christian Gildhuis. Ein Grund für, nur für die neue digitale Filiale mehr Personal einzustellen.­­­Gefragt ist der Service vor allem sonntags. Am Montag und Dienstag ist zurzeit noch Pause. “In dieser Zeit entwickeln wir weiter”, meint Mathis SchülingkampMehr zu Broetchen.taxi und dem App-Download hier. […]

Ein König, ein Freund, ein Mensch: 23-jähriger Amerikaner möchte Bocholter werden

Von BERTHOLD BLESENKEMPER (Text) und DIRK  BUNGERT (Foto)„König bin ich schon. Jetzt muss ich nur noch Deutscher werden“.  Benjamin Robert Heinrich lacht. Er hat ein Ziel vor Augen. Doch bevor der 23-jährige Amerikaner aus Canton/Massachusetts in die Bundesrepublik eingebürgert werden kann, muss erst einmal eine Aufenthaltsgenehmigung verlängert werden. Die läuft ausgerechnet am kommenden Samstag ab, genau in der Nacht, in der Heinrichnach seinem goldenen Treffer beim Jungschützenschießen am vergangenen Montag eigentlich mit den St.-Georgius-Schützen seinen eigenen Krönungsball feiern wollte. “Aber es wird schon klappen”, ist der Wahl-Bocholter zuversichtlich.Benjamin Robert Heinrich, dessen Urgroßvater einst aus Ungarn in die USA ausgewandert war, kam 2014 durch einen Schüleraustausch der Canton-Higschool mit dem heimischen St.-Georg-Gymnasium nach Bocholt. Ein Jahr zuvor hatte seine Familie Daniel Hagemann bei sich in Massachusetts aufgenommen. Die beiden wurden sofort Freunde. Beim Gegenbesuch lernte der heute 23-Jährige das typische Leben deutscher Jugendlicher kennen. Und er war begeistert. Die herzliche Aufnahme und der unkomplizierte Umgang mit Freunden beeindruckten ihn sehr „Daniel war wie ein Bruder für mich“, berichtet er.Zurück in den Staaten wurde der Wunsch, nach Europa zurückzukehren,  mit der Zeit immer größer. „Aber dazu muss man Geld haben“, erklärt Heinrich, worum er in der Folge mehrere Jobs annahm. Dann saß er endlich im Flieger und erreichte nach einem Abstecher in Italien wieder Deutschland. „Irgendwann war ich dann in Düsseldorf an der Heinrich-Heine-Universität und auf der Heinrich-Heine-Allee. Das war für mich wie ein Zeichen“, meint  Benjamin Robert Heinrich.  Er absolvierte Sprachkurse, lernte Deutsch auf Abiturniveau,  begann eine Ausbildung und versuchte sich in vielen anderen Dingen.Dann lernte er seine Freundin Lisa Kasper kennen. Gleichzeitig nahm ihn sein „Bruder“ Daniel Hagemann zum St.-Georgius-Schützenverein mit. Auch dort wurde der junge Mann sofort herzlich aufgenommen. Am vergangenen Montag dann schoss der Amerikaner beim Jungschützenschießen des Vereins den Vogel ab und holte seine Freunde mit auf den Thron. Nun hofft Benjamin Robert Heinrich, dass er noch länger bleiben darf.  „Ich bin eigentlich ganz sicher. Im Rathaus sind immer alle sehr nett zu mir“, erklärt der 23-Jährige. Auch das begeistert Benjamin Robert Heinrich an Bocholt und er bilanziert: „Hier kann man einfach Mensch sein.“ […]

Erstes Teilstück des Nordringes wird gebaut

Für 2,6 Millionen Euro – davon 1,6 Millionen Landesmittel – baut die Stadt im kommenden Jahr eine Verbindungsstraße zwischen Barloer und Burloer Weg. Die sogenannte „Spange“ ist Teil des geplanten Nordringes und soll andere Straßen entlasten. Weil das Stück jedoch zur Umgehung von Bocholt gehört, gehen einige Anwohner davon aus, dass dort eine Art Bundesstraße gebaut wird. „Das ist nicht der Fall. Das wird eine ganze normale Straße mit Fußgänger- und Radweg werden“, stellte jetzt die CDU-Stadtverordnete Elisabeth Kroesen bei einem Ortstermin klar.Stadtbaurat Daniel Zöhler erläuterte derweil im Interview mit Made in Bocholt noch einmal die Gesamtpläne. Auch wenn andere Städte mehr in Radverkehr und ÖPNV investieren, hält er der Nordring  – schon allein als Erschließung für neue Baugebiete – für dringend notwendig.https://youtu.be/QBH69Js1Rxc […]

Amputation: Lisa (24) verliert rechten Fuß

Von BERTHOLD BLESENKEMPERDer 24-jährigen Lisa Böhle aus Bocholt, die wegen einer Sepsis fast ihr Leben verloren hat und die nur unter dramatischen Umständen gerettet werden konnte  (wir berichteten), musste laut einem Bericht ihrer Freunde vor einigen Tagen der rechte Fuß amputiert werden. Auch der linke ist unter Umsänden nicht mehr zu retten, heißt es auf der Webseite „Helft Lisa!“.  Gut verlaufen scheint indes eine OP an der Hand zu sein.Währenddessen sammeln ihre Freunde weiter Spenden für die junge Frau. Fast 24.000 Euro sind bereits zusammengekommen. Unter anderem stellte die erste Mannschaft des VfL Rhede ihr Preisgeld aus dem Gewinn des Setex-Cups in Dingden bereit. Am 14. September findet zudem ein Benefizfussballspiel der Traditionsmannschaft des VfL Bochum gegen ein All-Star-Team mit Spielern aus der Region auf der Platzanlage der DJK 97/30 Lowick statt.Auch in den sozialen Medien findet die Aktion breite Unterstützung. Allerdings gibt es dort auch zum Teil scharfe Kritik. “Wenn man in Deutschland krank ist, wird man versorgt und selbst wenn man kein Geld hat bekommt man von Krankenkassen etc. Sachen gestellt und geliefert, zudem kann man einen Pflegegrad beantragen“, schreibt ein User bei Made in Bocholt. […]

Zu Gast bei Made in Bocholt: Regierungssprecher glaubt an lokalen Digitaljournalismus

NRW-Regierungssprecher Christian Wiermer (r.) im Gespräch mit Berthold Blesenkemper. Foto: Luna GrotstabelNRW-Regierungssprecher Christian Wiermer glaubt fest an die Chancen von lokalem Digitaljournalismus. Überall in Land entstünden zurzeit entsprechende Plattformen, berichtete er heute während eines Besuches bei Made in Bocholt. Mit Gründer Berthold Blesenkemper diskutierte Wiermer über unabhängige politische Berichterstattung und User-Kommentare auf Facebook, aber auch über Vermarktungs- und Geschäftsmodelle.Blesenkemper erläuterte dem Gast aus Düsseldorf seine Motivation. „In Zeiten, in denen immer weniger Menschen Zeitung lesen, gewinnen soziale und digitale Medien an Bedeutung“, meinte er. Dies gelte vor allem für die mittelalten und jüngeren Generationen. Wenn niemand da sei, der online und frei zugänglich über Ratssitzungen oder gesellschaftlichen Entwicklungen berichte, würden große Teile der Bürger einer Kommune von demokratischen Prozessen gänzlich abgeschnitten, verdeutlichte der Made-in-Bocholt-Macher weiter. Dennoch scheitern viele interessante Projekte immer wieder an der Finanzierung. „Journalismus ist Arbeit und verschlingt Zeit“, erklärte Berthold Blesenkemper. Allein für die Erstellung seines jeden Morgen um 7 Uhr erscheinenden Newsletters „Der #Tag in Bocholt“ benötigt er je Ausgabe circa 60 Minuten. Noch aufwändiger ist aktuelle und ausführliche Berichterstattung aus Rats- oder Ausschusssitzungen.Auf Dauer gehe das nur, wenn die Redaktion personell breiter aufgestellt werde, so der 58-jährige Bocholter. Das wiederum erfordere eine Bereitschaft der Nutzer, das auch finanziell zu unterstützen. Made in Bocholt wird deshalb in den kommenden Tagen eine freiwillige Mitgliedschaft einführen (mehr dazu morgen). Mit vielen Eindrücken und – als kleines Abschiedsgeschenk – einem Bocholter „Wimmelbuch“ kehrte NRW-Regierungssprecher Christian Wiermer schließlich nach Düsseldorf zurück.  […]

Ein „Cargo-Bike“ im Alltagstest

Lastenfahrräder sind im Trend. Vor allem in Großstädten. Mit ihnen können Handwerker ohne Parkplatzprobleme bis vor die Haustüre der Kunden fahren. Die Firma Schlatt & Söhne hat ein solches so genanntes „Cargo-Bike“ von der Firma Sortimo zur Verfügung gestellt bekommen. Berthold Blesenkemper hat es sich ausgeliehen und einem Bocholter Alltagstest unterzogen. Fazit: Alls prima – nur die Fahrradwege sind für solche Neuerungen viel zu schmal.https://youtu.be/vy_eNkQo_CU […]