Eigener Shop im Bocholt-Shop: Händler können auf drei Digitalkanälen handeln

Wie versprochen steht der Bocholt.shop von Made in Bocholt ab sofort allen coronageschädigten Händlern und Gastronomen kostenlos zur Verfügung. Sie bekommen innerhalb unserer Plattform einen eigenen Bereich, in den sie Produkte einpflegen und den sie selbst verwalten können. Auch an einer stadtinternen Lieferlösung wird zurzeit gearbeitet. Der Shop ist online, auf Facebook und in Made-in-Bocholt-App […]

Absagen wegen Corona: MiB-Sonderservice für Vereine und Organisationen

Ausfälle, Schließungen und Absagen wegen der Corona-Epidemie häufen sich in Bocholt. Zahlreiche Vereine und Organisationen müssen ihre Mitglieder und Kunden informieren. Made in Bocholt hat dafür einen eigenen Service eingerichtet. Wer eine Email mit einer aussagekräftigen Betreffzeile (Beispiel: „Verein xyz sagt Schützenfest ab“) und einen kurzen Text und/oder einer Kontaktadresse (bitte keine Bilder, Signaturen oder Dateien mitsenden) an die Emailadresse corona@madeinbocholt.de schickt, dessen Meldung wird zeitnah auf der Sonderseite madeinbocholt.de/corona veröffentlicht. Die Nutzer unserer Plattform können sich dort dann schnell und einfach informieren.

Junge Bocholterin mit Coronavirus infiziert

Im Kreis Borken ist jetzt erstmals ein Coronavirus-Infektionsfall nachgewiesen worden. Das teilt die Borkener Kreisverwaltung heute (05.03.2020) mit. Bei der infizierten Person handelt es sich um eine junge Frau aus Bocholt. Sie gehörte einer Gruppe von insgesamt sechs Frauen an, die einen Urlaub in Italien – aber nicht in den dortigen Risikogebieten – verbracht hatten. Bereits auf der Heimfahrt im gemeinsamen Kleinbus meldeten sie sich telefonisch, da sich bei mehreren Personen Erkältungssymptome zeigten. Sofort nach ihrer Rückkehr begaben sie sich überdies in Absprache mit dem kontaktierten Kreisgesundheitsamt Borken vorsorglich in häusliche Quarantäne.

Nach Abriss kleiner und halb so teuer: Bürgerstiftung mit neuem Plan fürs Schützenhaus

Die Bürgerstiftung gibt nicht auf. Um ihre Idee von einem Bürgerkulturhaus im seit Jahren leerstehenden Schützenhaus realisieren zu können, hat sie jetzt einen deutlich abgespeckten Plan erarbeitet. Der sieht einen Abriss des Gebäudes unter Beibehaltung der historischen Fassade vor, beschränkt sich auf die bisherige Grundfläche und ist mit rund acht Millionen Euro wohl nur noch halb so teuer wie bisher. Gleichzeitig machte Vorsitzender Marcus Suttmeyer klar, dass das „die letzte Chance“ für das Projekt sei. „Für weitere Versuche stehen wir nicht mehr zur Verfügung“, meinte er.Wie Vorstandsmitglied Kai Enck im Rahmen einer Stifterversammlung erklärte, hat ein Bocholter Architekt eine Skizze entwickelt, nach der die Fassade nach vorne an die Grenze der jetzigen Terrasse gesetzt werden soll. Dahinter kann ein neuer Saal für circa 1000 Personen entstehen. Errichtet werden sollen auch neue Nebengebäude mit Übungs- und Sitzungsräumen für die beteiligten Vereine. Vorteil der neuen Pläne sei, dass man in den bestehenden Grundstücksgrenzen bleibe und Straßen- wie auch benachbarte Bahnflächen nicht benötigt würden, hieß es weiter.Die Stifter stimmten auch diesem Plan zu. Der soll nun genauer ausgearbeitet und dann der Politik zur Debatte vorgelegt werden. Offen ist dabei vor allem die Frage der Finanzierung. Nachdem der Rat eine für die alten, rund 16 Millionen Euro teuren, deutliche größeren Umbaupläne in Aussicht gestellte Landesförderung in Höhe von neun Millionen Euro wegen Änderung der Prioritäten bei städtischen Investitionen nicht beantragen wollte (wir berichteten), wird die Stadt jetzt wohl selbst stärker mitfinanzieren müssen.Gleichzeitig drängt die Zeit. Denn die Stadt hat wegen der erneut ausstehenden Grundbesitzabgaben der insolventen Brauhaus GmbH eine Zwangsversteigerung des Erbpachtvertrages beantragt. Das entsprechende Verfahren könnte die neuen Pläne der Bürgerstiftung eventuell überholen. […]

Umstellung unseres Newsletterversandes führt bei einigen Abonnenten zu Problemen

Wir haben unseren Newsletterversand umgestellt und zu einem deutschen Anbieter verlagert. Hier und dort scheint es aber noch Probleme zu geben. Vor allem Kunden der Anbieter Gmail und AOL scheinen davon betroffen zu sein. Wir entschuldigen uns dafür und arbeiten mit Hochdruck an der Fehlerbehebung. Bis auf rund ein Dutzend Empfänger scheinen alle Abonnenten den Newsletter ordentlich zugestellt bekommen zu haben. Zumindest haben die Server keinerlei Fehler gemeldet. Es kann jedoch sein, dass strenge Filter eine interne Zustellung verhindern.Ein Tipp: Nehmen Sie die Mailadresse info@madeinbocholt.de in Ihr Mail-Adressbuch auf. Das kann verhindern, dass die Mails als Spam eingestuft werden. Und sehen Sie in den Ordnern „Werbung“ oder „ Spam” nach. Es kann sein, dass die Mails zwischenzeitlich dort landen. Bitte teilen Sie uns kurz per Mail an info@madeinbocholt.de mit, wenn Sie keinen Newsletter mehr bekommen. Dann können wir das gezielt prüfen. Bis dahin gibt es den Newsletter täglich hier zum Nachlesen. Vielen DankDer #Tag in Bocholt – 9.3.2019Der #Tag in Bocholt – 8.3.2019 […]

Kostenloser Informationsservice für Vereine und Organisationen

Made in Bocholt erweitert sein Angebot um einen kostenlosen Informationsservice für Vereine, Verbände, Parteien und gemeinnützige Organisationen. Diese können ab sofort ihre Pressemitteilungen oder Infos über Veranstaltungen und Termine schnell und einfach online veröffentlichen und so ihre Reichweite und Bekanntheit deutlich vergrößern. „Wir möchten auf diese Weise eine Art Bürgerportal schaffen, in dem sich möglichst viele Nachrichten und Meinungen wiederfinden“, erklärt MiB-Gründer und Journalist Berthold Blesenkemper.Die Veröffentlichung ist denkbar unkompliziert. Einfach eine Email mit Betreffzeile (=Überschrift), Text und digitalen Bildern (Format JPEG) an eine bestimmte Mailadresse senden, und schon wir daraus automatisch eine Nachricht in unserem Portal generiert. „Wir werden die Pressemitteilungen aus presserechtlichen Gründen zeitnah prüfen und dann freischalten. Die wichtigsten Informationen verteilen wir zusätzlich in den sozialen Medien und veröffentlichen sie im Newsletter und auf Radio Bocholt“, erläutert Berthold Blesenkemper.Jeder registrierte Teilnehmer erhält eine eigene Kategorie sowie eine eigene Seite bei Made in Bocholt, auf der alle Beiträge seines Vereines chronologisch aufgelistet werden. Zudem werden alle Beiträge mit dem Namen Vereins, des Verbandes, der Partei oder der gemeinnützigen Organisationen getaggt, so dass sie später leichter wieder auffindbar sind.Die Vereine und gemeinnützigen Organisationen erhalten in diesem Tagen eine Email mit allen wichtigen Informationen. Interessenten können sich auch jetzt gleich unter info@madeinbocholt.de melden. Wir richten den Zugang dann schellstmöglich ein. […]

Musik- trifft Nachrichtenkompetenz: Radio Bocholt ist online

Musik- trifft Nachrichtenkompetenz. Aus dieser Mischung ist in den vergangenen Wochen Radio Bocholt entstanden. Die Macher, Alfred Krandick (59) und Berthold Blesenkemper (58), haben dazu ihre langjährige Medienerfahrung gebündelt. „Jeder macht genau das, was er am besten kann“, erklären die beiden. Der Sender strahlt via Internet 24 Stunden täglich Programm aus. Zu empfangen ist er mit allen internetfähigen Geräten wie Smartphones, Computer und Home-Soundsysteme oder via Smart-TV und auf Befehl von Amazon Alexa. Selbst im Auto kann man Radio Bocholt per Apple CarPlay, Android Auto oder Handy hören. Musikkonsum steigt onlineIm Jahr 2017 erfolgte bereits 50 Prozent des Musikkonsums online. Das geht aus einer Studie der Goldmedia GmbH im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien hervor. Die Experten prognostizieren zudem in einer weiteren Untersuchung für die Landesmedienanstalt NRW, dass Webradio in zehn Jahren die klassische Übertragung via Funk überflügeln kann. Einen Schub erwarten Experten vor allem bei Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G.Die neue Form des Hörens findet vor allem zu Hause statt. Aber auch die Nutzung im Auto steigt. 44 Prozent der Befragten hören schon jetzt unterwegs Musik per Internet, 28 Prozent sogar Radio online. Der Schwerpunkt der zeitlichen Nutzung liegt insgesamt am späten Nachmittag und am frühen Abend. Auch das unterscheidet Internetradios von herkömmlichen Sendern.Radio Bocholt mit lokalen NachrichtenRadio Bocholt hat seine Inhalte exakt auf das Userverhalten abgestimmt. So werden die Lokalnachrichten und Serviceinformationen aktuell von der Plattform Made in Bocholt geliefert und morgens von 7 bis 10 Uhr alle 30 Minuten ausgestrahlt. Ab 18 Uhr beginnt im gleichen Rhythmus die Abendschleife. Einzig am Wochenende wird pausiert. „Wir sagen nicht nur, was in der Stadt passiert ist, sondern auch, was noch im Laufe des Tages geschehen wird und wo beispielsweise die Stadt Bocholt ihre Blitzer postiert hat“, erklärt Berthold Blesenkemper.Gleichzeitig hat Alfred Krandick eine bunte Musikmischung aus Pop-, Rock- und Oldiemusik zusammengestellt. „Wir wollen uns bewusst unterscheiden und spielen deshalb nicht nur Mainstream, sondern durchaus auch neue oder unbekannte Künstler und Bands“, berichtet der 59-Jährige. Was beim Publikum gut ankommt, hat der gebürtige Vredener bei Radio VHR gelernt. Im Jahre 2005 gründete er diesen Sender in Baden-Württemberg. Schnell gesellten sich weitere „Ableger“ hinzu. Heute wohnt Alfred Krandick in Bocholt und spezialisiert sich unter anderem auf Stadtsender.Auch lokale Bands und Hörergrüße bei Radio BocholtUm den Sender noch lokaler zu machen, plant Radio Bocholt Musik heimischer Künstler und Bands mit ins Programm aufzunehmen. Interessenten können sich per Email unter info@radio-bocholt.de melden. Selbst Hörergrüße sind möglich. Diese können als Sprachnachricht per WhatsApp an die Rufnummer +49 163 2220 235 geschickt werden.  Mehr Infos zu Radio Bocholt unter www.radio-bocholt.de […]

Made in Bocholt erweitert Newsletter und arbeitet an neuem Lokalradio

Made in Bocholt erweitert seinen täglichen, kostenlosen Newsletter ab sofort um die wichtigsten Nachrichten aus Münster und dem Münsterland. Damit reagiert der Onlinedienst auf die veränderte Medienlandschaft in der Stadt. Gleichzeitig arbeitet die Redaktion mit Hochdruck am Start von Radio (made in) Bocholt. Der webbasierte Sender soll noch in diesem Monat rund um die Uhr Musik aus der Heimat und der Welt sowie regelmäßig Lokalnachrichten ausstrahlen.Devise: #online #lokal #informiertNach dem gleichen Prinzip funktioniert auch „Der #Tag in Bocholt“ lokal. Dabei sammelt das Onlineportal nach der Devise „#online #lokal #informiert“ die Neuigkeiten aus Zeitungen, Anzeigeblättern, sozialen Medien wie Facebook, Youtube und Instagram sowie von Onlineportalen und anderen Publikationen. Auf diese Weise entsteht jeden Morgen um 7 Uhr eine umfangreiche Liste kompakter Meldungen, die per Email aufs Smartphone oder an den PC gesendet wird. „Auch hier veröffentlich wir nur eine Überschrift und ein paar Zeilen, die kompletten Inhalte kann der Nutzer bei Bedarf per Weiterleitung aufrufen“, so Berthold Blesenkemper.Für Gründer und Chefredakteur Berthold Blesenkemper ist die Anbindung an die Westfalenmetropole nach wie vor wichtig. „Hinsichtlich Sport, Einkaufen und Arbeiten orientiert  sich Bocholt zwar mehr in Richtung Rheinland, politisch, wirtschaftlich, kulturell, kirchlich, bildungsmäßig und vom Herzen her bleiben wir aber Westfalen“, meint der Journalist. So seien für die Heimat wichtige Institutionen wie die Bezirksregierung, der Landschaftsverband, die IHK und Handwerkskammer sowie das Landgericht, das Bistum und die Westfälische Wilhelms-Universität  in der Domstadt angesiedelt. Von allen hat Made in Bocholt die Pressemitteilungen abonniert. Zudem wertet die Redaktion die Zeitungs- und TV-Meldungen aus und fasst die wichtigsten Informationen kurz und kompakt zusammen. „Dabei verlinken wir zu den Originalquellen. Wer also mehr lesen will, erhält auf diese Weise alle Originalinformationen“, so der Gründer.Kanalübergreifend inzwischen rund 18.000 AbonnentenNach Erfahrungen des Journalisten reichen 90 Prozent der kanalübergreifend rund 18.000 Abonnenten von Made in Bocholt die Kurzmeldungen jedoch aus, um sich schnell und einfach einen Überblick über die Lage in Bocholt zu verschaffen. „Im Newsletter werden beispielsweise nur zehn Prozent der weiterführenden Links angeklickt“, meint der 58-Jährige nach Auswertung der Statistiken. Anders sieht es bei bei den News in den sozialen Medien aus. Auf großes Interesse stößt auch eine erste Ankündigung über den Start von Radio (made in) Bocholt.  Das laucht das Onlineportal gemeinsam mit dem Musikexperten Alfred Krandick von Radio VHR noch in diesem Monat. „Vor allem lokale Bands haben Interesse, ihren Songs dort spielen zu lassen“, erklärt Berthold Blesenkemper. Zurzeit sammeln die Macher Anfragen und Anregungen unter der Mailadresse info@radio-bocholt.de. „Wir bitten um Entschuldigung, wenn wir noch nicht sofort antworten, aber wir werden auf alle Meldungen reagieren“, erklären die Verantwortlichen. […]

Volkes Daumen – Soziale Medien und ihre Auswirkungen auf die Lokalpolitik

Eine Analyse von BERTHOLD BLESENKEMPERPeter Herden (Spitzname „Pet“) ist für viele Bocholter ein Held. Dem beliebten Donuthändler aus Bocholt wurde – wie von uns berichtet – wegen des Neubaus der Stadtsparkasse der Standplatz am Ende der Aa-Brücke an der Neustraße gekündigt. „Kein Problem“, dachte er sich, „dann ziehe ich eben auf die gegenüberliegende Straßenseite“. Doch Herden hatte die Rechnung ohne die Stadtverwaltung gemacht. Die sagte beharrlich „Nein“. Pet drohte heimatlos zu werden. Die Internetcommunity reagiert schnell und unerbittlich. Es hagelt Dislikes, Kommentare, Mutmassungen, Beschuldigungen und Bewertungen. Fast 1500 User unterzeichneten eine Online-Petitionen mit dem Titel „Der Donut-Stand von Peter gehört zu Bocholt“. Die Verwaltung knickte ein. Im kommenden Frühjahr darf der Donuthändler nun doch an die südliche Spitze des Cafes Extrablatt ziehen.Der Fall zeigt, wie groß der Einfluss sozialer Medien auf kommunale Entscheidungen geworden ist. Pet ist dabei längst kein Einzelfall mehr. Bei der umstrittenen Ansiedlung des „Action“-Marktes am Westendkreisel waren Verlauf und Ergebnis der öffentlichen Diskussion ähnlich. Die Folge: Immer mehr entwickeln sich die sozialen Medien zu einem basisdemokratischen Messfeld, an dem auch die Kommunalpolitik nicht mehr vorbeikommt.Das war vor Jahren noch anders. Da lebten Verwaltung und Stadtverordnete in einer kommunikativen Blase. Man kannte sich, duzte sich und blieb unter sich. Kritik von außen drang höchstens durch Zeitungskommentare oder Leserbriefe an Ohr der Entscheider. Die Folge war nicht selten eine verzerrte Wahrnehmung des Volkswillens. Der traf die gewählten Vertreter umso direkter und härter mit dem Siegeszug von Facebook und damit Volkes Daumen. Plötzlich hagelte es Meinung – massiv, unverfälscht, wenn auch nur selten sachlich und damit mindestens ebenso verzerrt wie die interne Meinungsbildung.Die Diskrepanz zwischen realer und virtueller Meinung zeigte sich ganz besonders in der Diskussion um die umstrittene Sanierung des Rathauses. Waren bei der Bürgerinformation vor einem Monat überwiegend Verwaltungsbeamte und kommunalpolitisch Aktive anwesend und damit die Befürworter klar in der Mehrheit, ist die Stimmung im Netz anhaltend negativ.Unbestritten ist derweil der Wandel in der Medienwelt. Communitys wie „We love Bocholt“, Gruppen wie „Bocholt Live“ oder Plattformen wie „Made in Bocholt“ überholen mit zwischen 28.000 und 16.000 Abonnenten die etablierten Medien an Reichweite und damit teilweise auch an Relevanz. Sie sind zudem extrem interaktiv und verzeichnen im Monat durchschnittlich Bewertungen, Kommentare oder geteilte Inhalte in sechsstelliger Anzahl.Die Bedeutung solcher alternativen Medien hat auch die Landespolitik erkannt, die Stiftung „Vor Ort NRW“ gegründet und den Vor-Ort-NRW-Preis ausgelobt. „Wir wollen bewusst innovative Online-Projekte auszeichnen, die spannende Geschichten erzählen, neue journalistische Ansätze versuchen und damit die lokale Medienlandschaft in NRW bereichern. Mit der Kategorie Neue Stimme im Lokalen zeichnen wir zudem Projekte aus, die das lokale Medienangebot ergänzen und publizistische Lücken füllen“, so Geschäftsführerin Simone Jost-Westendorf während der Verleihung des Preis an eine Bocholter Nachrichtenplattform.Viele Kommunen nehmen in Sachen Kommunikation, Reichweite und Relevanz das Heft inzwischen selbst in die Hand. Öffentliche Bekanntmachungen werden von ihnen mit Hilfe digitaler Amts- und Gemeindeblätter oder eigener Onlineportale an den Mann oder die Frau gebracht. Das ist nicht nur ein Vielfaches kostengünstiger und direkter, sondern erreicht wegen des Fehlens von Barrieren wie Bezahlschranken oder Abonnements – rein technisch betrachtet – mindestens 90 Prozent der Bevölkerung.Auch die Stadt Bocholt ist in den digitalen und sozialen Medien aktiv. Allerdings beschränken sich ihre Aktivitäten dort auf reine PR. Politische Darstellungen und Diskussionen gibt es dort wegen der Neutralitätspflicht der Verwaltung nicht.Mit Spannung erwarten Experten denn auch die Auswirkungen von sozialen Medien auf die NRW-Kommunalwahl 2020. Vor allem die Bürgermeisterwahl könnte – ähnlich wie in den USA die Wahlen von Obama und Trump – als überwiegend von Personen geprägte Entscheidung von den Netzwerken mit beeinflusst werden. […]

Bocholter Stollen – denn wie die Menschen, so ihr Kuchen

Von BERTHOLD BLESENKEMPER (Text, Foto und Video)Wie die Menschen, so ihr Gebäck. Der „Bocholter Stollen“ ist aus echtem Schrot und Dinkelvollkorn – kräftig, fruchtig „und ein ganz klein wenig säuerlich“, meint Bäckermeister Christian Gildhuis schmunzelnd. Stundenlang haben er und sein Bruder Matthias getüftelt, probiert und gebacken. Jetzt ist der Kuchen made in Bocholt fertig. Verwendet werden ausschließlich heimische Zutaten; Dinkelvollkornmehl von Bauer Dirk Nienhaus auf Stenern, Milch von der Barloerin Anke Knuf, Deutschlands Landwirtin des Jahres. Pünktlich zum Start des Bocholter Weihnachtsmarktes am 30. November startet der Verkauf.  Für 9,95 Euro ist der 500-Gramm-Stollen dort sowie in den Filialen der Bäckerei Gildhuis und im Cafe Sahne erhältlich. Online kann er schon jetzt im Bocholt-Shop von Made in Bocholt (https://madeinbocholt.de/shop) reserviert werden.Weil sie keine Massenware produzieren, setzen die Gildhuis-Brüder ganz auf Handarbeit, Nachhaltigkeit und Regionalität. „Wir wollten einen Stollen herstellen  wie es bereits unser Urgroßvater vor circa 110 Jahren gemacht hat. Man kann sich vorstellen, dass der nicht mit den Pferdewagen nicht nach Italien gefahren  ist, um dort Marzipan zu kaufen oder nach Kalifornien, um Mandeln zu holen“, erklärt Christian Gildhuis. In Dirk Nienhaus und Anke Knuf fand er genauso denkende Partner. Nienhaus ist Züchter des so genannten Bocholter Landschweins und liefert das Korn  direkt vom Acker aus Stenern. Seine Berufskollegin ist die Erfinderin des vielfach prämierten GrenzLandeises und steuert frische Landmilch aus Barlo bei.Die vier treffen sich in der Bäckerei an der Marienstraße zum einer ersten Kostprobe. Das Ergebnis überzeugt alle. „Lecker“, so der einhellige Tenor. Doch der Weg dahin war nicht ganz einfach, wie Matthias Gildhuis berichtet. „Man muss schon eine ganze Menge tüfteln“, erklärt der Experte. In der Backstube zeigt er warum. Zwei Tage vor dem Backen werden Nüsse, Äpfel, getrocknete Kirschen und  weitere Zutaten in Apfelsaft und Apfelschnaps eingeweicht. Dann wir das so genannte Kochstück hergestellt. Dabei handelt  es sich um eine Art Mehlschwitze, die die Teigausbeute erhöht und die Haltbarkeit optimiert. Anschließend wird der Vorteig gerührt und schließlich mit dem Kochstück und den Zutaten vermengt. Zwischendurch muss der Teig immer wieder ruhen. „Andernfalls fällt er uns im Ofen zusammen“, erklärt Matthias Gildhuis.Nach dem Backen wird der Bocholter Stollen gezuckert und in einer eigens entwickelten Verpackung für  den Verkauf bereitgestellt. Zu haben ist er ab dem 30. November zum Start des Bocholter Weihnachtsmarktes. Wer ihn vorher reservieren möchte, kann dies im Bocholt-Shop von Made in Bocholt tun. Abonnenten des Newsletters „Der #Tag in Bocholt“ können dabei einen Rabattcoupon über 10 Prozent nutzen. Der notwendige Code wird mit den nächsten Newslettern übermittelt.  […]

Bocholt PRIMA statt Amazon PRIME – Masterplan „Smarter handeln“ vorgestellt

Das Stadtmarketing hat seinen Masterplan „Smarter handeln Bocholt“ vorgestellt. Der besteht aus einer Drei-Punkte-Strategie hin zur digitalen Transformation. „Vor allem müssen wir zusammenarbeiten“, appellierte Frank Tentler, Berater und Projektmanager aus Oberhausen, an die Gäste im Geschäft „ANNA – Das bin ich.“Zunächst hatte Michael Gerber als erster Vorsitzender der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing aus Bremerhaven Perspektiven für den städtischen Einzelhandel präsentiert. Er verwies dabei auf mehrere positive Beispiele in Deutschland, warnte aber auch vor der Verödung von Einkauflandschaften.Dann wurde es konkret. Frank Tentler stellte zunächst die Prinzipien der digitalen Transformation vor. Dazu gehören unter anderem die Schaffung von Netzwerken, eine gezielte Datenwirtschaft bis hin zur künstlichen Intelligenz und der Mut zu Neuem.Das Stadtmarketing möchte die Zukunft unter anderem mit Blockchain gestalten. Dabei handelt es sich um die Verkettung kontinuierlich erweiterbare Listen von Datensätzen. Zudem sollen SmartStores entwickelt und ein Mehrwertsystem für den Handel eingeführt werden. Letzteres soll sich an Amazon PRIME anlehnen und trägt den Arbeitstitel Bocholt PRIMA. Ziel ist die Entwicklung einer „Anreizwelt“, Gamification-Elemente, Funktionalitäten ortsbasierter Technologien sowie Daten- und Belohnungssysteme.Wichtig ist den Entwicklern des Masterplanes zudem die Förderung der Händler. Unter anderem sind eine Digitalisierungsberatung, Seminare und Workshops geplant. „Smarter handeln Bocholt“ wird im Übrigen mit einer erheblichen Summe vom Land gefördert. […]

Spitzname „Krake“ – Über die EWIBO und Co.

Von BERTHOLD BLESENKEMPERSie selbst sprechen vom „Konzern Stadt“. Mit diesem Ausdruck umschreiben Spitzenbeamte und Lokalpolitiker das eng verwobene Geflecht aus kommunaler Verwaltung, eigenständigen Tochtergesellschaften, gemeinnützigen Vereinen und Unterbeteiligungen. Besonders komplex sind dabei die Aktivitäten der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt mbH. Die EWIBO – rathausinterner Spitzname „Die Krake“ – hat über Jahre scheinbar eine Art kommunale All-Kompetenz entwickelt.Rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EWIBO verwalten Sozialwohnungen, qualifizieren Arbeitslose, beraten Schuldner, planen Quartiersentwicklung, entwickeln Mobilitätskonzepte, betreiben einen Tiefseilgarten, einen Bikepark und zwei Schulmensen, integrieren Flüchtlinge, betreuen Obdachlose, vermitteln Business-Etikette oder Expertise in betrieblicher Gesundheitsförderung, kümmern sich um Stressprävention, betreiben einen Kindergarten, digitalisieren Daten, bewirtschaften Parkplätze, verwerten Bauschutt und, und, und. Dabei macht das städtische Unternehmen beziehungsweise zwei ausschließlich von EWIBO-Mitarbeitern dominierte Vereine und deren Tochtergesellschaft Privatunternehmen zum Teil offen und ungeniert Konkurrenz.Gemeindeordnung schränkt privatwirtschaftliche Unternehmungen einIst das so gewollt? Eigentlich nicht! Privatwirtschaftliche Unternehmungen sollen nach § 107 der Gemeindeordnung NRW weder von einer Stadt noch von deren Tochtergesellschaften betreiben werden. Diese verstoßen sonst gegen das so genannte Subsidiaritätsprinzip, das die Privatwirtschaft vor der meist quersubventionierten und damit unfairen Konkurrenz aus dem öffentlichen Bereich schützen soll. EWIBO-Geschäftsführer Berthold Klein-Schmeink sieht das anders. „Es hieß mal Privat vor Staat. Aber inzwischen sehen das der Gesetzgeber und die Aufsichtsbehörden nicht mehr ganz so eng“, kommentiert er gegenüber Made in Bocholt.Dennoch entzieht sich sein Unternehmen bei einigen hinsichtlich der Beschränkungen der Gemeindeordnung heiklen Geschäftsbereichen der kommunalen Aufsicht und somit einer Kontrolle. Zu derartigen Aktivitäten zählen der Betrieb eines Tagungshotels, eines Catering-Services, eines Restaurants und einer Kellerbar. Aber auch Leiharbeit, Buchführungstätigkeiten, Gehaltsabrechnungen, die Erstellung von Kundenmailings, die Pflege von Datenbanken sowie Korrespondenz inkl. Serienbrieferstellung gehören zum Portfolio. Um damit Geld verdienen zu können, greift man im “Konzern Stadt” zu einem Trick. Und der geht so: Leitende EWIBO-Mitarbeiter gründen Vereine. Die wiederum gründen eine GmbH, die durch die Zwischenschaltung der Vereine von der Stadt Bocholt gesellschaftsrechtlich offiziell entkoppelt ist. Das Tochterunternehmen der Vereine wiederum kann – wie jede andere GmbH auch – auf dem Markt frei operieren. Gesteuert wird das alles von einem einzigen Mann, von Berthold Klein-Schmeink.Offensichtlich wird das in der EWIBO-Zentrale an der Werkstraße 19 in Lowick. Hier teilt sich die städtische Tochter die Büros mit den Vereinen Jugendhilfe und Soziale Integration e.V.  (JUSINA) und Leben im Alter e.V. (L.I.A.). Vorstandsmitglieder in beiden Vereinen sind neben Berthold Klein-Schmeink ausschließlich EWIBO-Mitarbeiter und/oder deren Ehefrauen. Den Sozialvereinen JUSINA und LIA wiederum gehört die Leiharbeitsfirma Personal- und Service-Agentur Bocholt Borken GmbH (PSA). Die PSA residiert ebenfalls an der Werkstraße 19. Geschäftsführer ist Berthold Klein-Schmeink.Sozialvereinen JUSINA und LIA gehört die Leiharbeitsfirma PSA GmbHUrsprünglich wurden die Sozialvereine JUSINA und LIA gegründet, um an Fördermittel aus dem Bereich der freien Wohlfahrtspflege zu kommen und so Sozialprojekte finanzieren zu können. Mit der Zeit aber weiteten sie ihre Arbeitsgebiete mehr und mehr aus. Manche der den Vereinen von der Stadt und/oder der EWIBO zugedachten Aufgaben passten wohl wegen der damit verbundenen Gewinnerzielungsabsicht nicht zum gemeinnützigen Zweck von JUSINA und LIA. Folglich wurden diese Aktivitäten in das Tochterunternehmen Personal- und Service-Agentur Bocholt Borken GmbH ausgelagert.Das Hauptgeschäftsfeld der PSA GMBH war bei Gründung vor neun Jahren zunächst die Arbeitnehmerüberlassung und Arbeitsvermittlung. Das Unternehmen schulte Langzeitarbeitlsose  und verlieh sie an interessierte Bocholter Firmen.  Mit der Übernahme des Europa-Hauses an der Adenauerallee änderte sich der Arbeitsschwerpunkt. „Heute machen wir hauptsächlich Facilitymanagement“, erklärt Berthold Klein-Schmeink. Dazu zählen Dienstleistungen für das an der Adenauerallee untergebrachte Bildungszentren des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) sowie die Versorgung von Flüchtlingen mit Essen. Freie Raumkapazitäten werden auf Onlineportalen wie HRS, booking.com oder trivago vermarktet.PSA GmbH betreibt Tagungshotel mit Restaurant und KellerbarDie Personal- und Service-Agentur Bocholt Borken GmbH  pachtete dazu das Tagungshotel Europa-Haus von der EWIBO GmbH und dem Verein JUSINA.  Dadurch gab es für die PSA GmbH in direkter Konkurrenz zur Bocholter Gastronomie keinerlei wirtschaftliche Beschränkungen mehr. Paragraph 107 der Gemeindeordnung NRW war umgangen. Der Kommunalaufsicht waren die Hände gebunden. Landrat Kai Zwicker stellt auf Anfrage von Made in Bocholt zum Tagungshotel Europa-Haus fest: „Die Vorgaben über die wirtschaftliche Betätigung sind hier mangels Beteiligung der Stadt Bocholt nicht einschlägig.“Die Auswirkungen: Der Jahresgewinn der JUSINA- und LIA-Tochter PSA GmbH stieg allein im Zeitraum von 2015 auf 2016 um satte 336 Prozent auf eine halbe Million Euro an. Die  Eigenkapitalquote ist mit rund 60 Prozent überdurchschnittlich gut. Gleiches gilt für den Kassenbestand an Bargeld und Schecks, der zum Stichtag 2016 bei 1,8 Millionen Euro lag. „2016 und 2017 sind gute Jahre gewesen“, erläutert der Geschäftsführer. Ein großer Teil der Überschüsse resultiert laut Berthold Klein-Schmeink aus Gewinnvorträgen der Vorjahre, also aus der Leiharbeit. Gut verdient hat das Unternehmen zum Schluss aber vor allem an der Essensversorgung von Flüchtlingen.Die Aktivitäten der PSA GmbH sind nicht ganz einfach zu durchschauen. Obwohl die Firma Betreiber des Tagungshotels Europa-Haus ist und an der Adenauerallee auch ihren Betriebsstandort hat, steht die Personal- und Service-Agentur GmbH mit keinem Wort im Impressum der Webseite. Hier zeichnet stattdessen nur der Hauseigentümer EWIBO verantwortlich. Die Rollen der PSA GmbH wie auch des Miteigentümers JUSINA sind in der Außendarstellung lediglich die eines Bewohners. „Das ist unbeabsichtigt“, meint Berthold Klein-Schmeink im Gespräch mit Made in Bocholt.Null Risiko: Stadt sichert Aufträge und FinanzierungAber auch die EWIBO selbst, einst als Gesellschaft für Aufgaben des Gemeinwohls gegründet,  drängt mehr und mehr in privatwirtschaftliche Bereiche hinein. Beispiel dafür ist das Geschäftsfeld Schulverpflegung. Am Benölkenplatz und an der Gesamtschule bietet die städtische Tochter Mittagessen an – und das, obwohl es in der Stadt ein auf diesen Geschäftszweig spezialisiertes Privatunternehmen gibt.  Der Verkaufspreis für eine Mahlzeit liegt bei 3,95 Euro. Die Stadt legt für jedes Essen noch einmal bis zu 4,20 Euro Zuschuss drauf. Brutto kassiert die EWIBO damit für jedes Essen bis zu 8,15 Euro. Zum Vergleich: Im Bocholter Restaurant Gusto kostet der Mittagstisch 7,50 Euro. Berthold Klein-Schmeink begründet die höheren Kosten mit zusätzlicher Betreuung von Schülern und Eltern in den Mensen.Ein Grund für das stetige Wachsen der EWIBO ist nach Meinung von Fachleuten die Tatsache, dass sie nicht erst um Aufträge kämpfen muss. Die Stadt Bocholt sorgt automatisch für Arbeit und garantiert dazu auch noch deren 100-prozentige Finanzierung. Das senkt die unternehmerischen Risiken auf Null. Auch muss sich die Tochter keinen Ausschreibungen stellen und keine Konkurrenz fürchten. Die Stadt hat sogar eigens für die EWIBO ´ ihren Schuldendeckel und damit ihr finanzielles Steuerungsinstrument modifiziert. Gelder, die in Richtung Werkstraße fließen, sind seit 2016 nicht mehr „schuldendeckelrelevant“. Seitdem wird vieles von dem, was eigentlich nicht mehr in den städtischen Haushaltsrahmen passt,  an die Tochter abgegeben.Rechnungsprüfungsamt kritisiert überteuertes SchulessenDas Konstrukt aus Kommune, Tochtergesellschaften, Vereinen und  Beteiligungen gerät derweil langsam unter Druck. Der neue Stadtbaurat Daniel Zöhler machte unlängst keinen Hehl daraus, dass er einige Kompetenzen der EWIBO am liebsten wieder „zurück ins Rathaus holen“ möchte. Einen Anfang machte er, als er die Verantwortung für das seit langem vor sich hindümpelnde, von der EWIBO und der BEW für 50.000 Euro zu entwickelnde Mobilitätskonzept an sich riss. Selbst das städtische Rechnungsprüfungsamt im Rathaus meldet öffentlich Kritik an der EWIBO an. Es moniert seit zwei Jahren die vergleichsweise zu hohen Kosten des Schulessens am Benölkenplatz und an der Gesamtschule. Bislang ohne Erfolg.Auch einigen Politikern scheint angesichts der Größe der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt mbH und ihrer wachsenden Undurchschaubarkeit nicht mehr so ganz wohl in ihrer Haut zu sein. Erst vor kurzem wurde der Aufsichtsrat erheblich erweitert. Doch unabhängige Kontrolle ist schwierig. Einige Kommunalpolitiker sind bei der Stadt, ihren Töchtern sowie bei EWIBO und Co. beschäftigt und können damit ihrer Aufsichtsfunktion wegen Befangenheit nicht gerecht werden.Kolpinghaus gerät wegen EWIBO-Strategie in wirtschaftliche NöteDerweil wirken sich die Folgen des städtischen Konzerndenkens an einigen Stellen spürbar negativ auf die Bocholter Wirtschaft aus. Das traditionsreiche Bocholter Kolpinghaus musste im vergangenen Mai nach 63 Jahren sein Jugendwohnheim mit 25 Plätzen schließen. Der Grund: Die Gäste, die vorher vom Jobcenter, von der Jugendhilfe oder als unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge gekommen waren, wurden mit der Zeit ausschließlich in Einrichtungen der EWIBO und der von der EWIBO gesteuerten Sozialvereine untergebracht. Die Zimmer am Europlatz blieben fortan leer. Das brachte den Kolpingverein als Eigentümer des Kolpinghauses in finanzielle Bedrängnis. Die Folge war neben der Schließung des Jugendwohnheims die Trennung vom langjährigen Betriebsleiter und die vorrübergehende Streichung seiner Position.EWIBO- und PSA-Geschäftsführer sowie JUSINA- und LIA-Vorstand Berthold Klein-Schmeink ficht das alles offenbar nicht an. Er verweist auf die zahlreichen positiven Aktivitäten der von ihm verantworteten Gesellschaften sowie der Sozialvereine. Alles sei transparent, und die erwirtschafteten Gewinne kämen ausschließlich der Allgemeinheit beziehungsweise sozialen Zwecken zugute, verdeutlicht er. Klein-Schmeinks Bilanz: „Das ist doch nur gut für eine Stadt!“ […]

Die Zukunft im Einzelhandel ist digital – Jury wählt sechs Ideen aus / “Smart handeln” in Bocholt mit dabei

Bei der zweiten Runde des Projektaufrufs „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ hat eine Jury sechs Ideen zur Förderung ausgewählt. Das Land beteiligt sich mit rund 750.000 Euro an den Vorhaben, das Gesamtvolumen liegt bei etwa 1,5 Millionen Euro. Mit dabei ist das Porjekt „Smarter Handeln“ aus Bocholt.Ziel der Förderung ist es, den Handel darin zu unterstützen, digitale Lösungen mit stationären Elementen zu verbinden – für einen zukunftsfesten Einzelhandel und lebendige Innenstädte. Hinter den ausgewählten Projekten stehen 13 Kooperationspartner aus dem Einzelhandel, den Kommunen, den Hochschulen sowie weitere Beteiligte vor Ort.Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Die Zukunft im Einzelhandel ist digital. Dem stationären Handel wird es aber nur gemeinsam mit anderen Beteiligten wie Stadt, Wissenschaft und weiteren Branchen gelingen, die Chancen der Digitalisierung für alle nutzbar zu machen. Die ausgewählten Kooperationsprojekte werden die Händlerinnen und Händler dabei unterstützen, digitale Lösungen mit stationären Elementen zu verknüpfen – für einen zukunftsfesten Einzelhandel und lebendige Innenstädte.“Die zur Förderung empfohlenen Projekte umfassen unter anderem einen lokalen virtuellen Geschenketisch, die Nutzung von Open Data und Treuepunkte vom lokalen Händler. Erste Bewilligungen und der Projektstart sollen zum Jahresende 2018 erfolgen.Die Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing Gesellschaft Bocholt mbH & Co. KG wird unter anderem die Möglichkeiten eines umfassenden technisch, kommunikativ, finanziell und rechtlich Mehrwertsystems erforschen und ein Umsetzungskonzept entwickeln. Zu „PRIMA – Echtes Leben, echte Vorteile!“ gehören die Entwicklung einer „Anreizwelt“, Gamification-Elemente, Funktionalitäten ortsbasierter Technologien und datensichere Blockchain-getriebene Daten- und Belohnungssysteme. […]

Metallverband formiert sich neu: Gisela Pieron bleibt im Vorstand

Gestandene Unternehmer dieser Region bilden den neuen ehrenamtlichen Vorstand des Unternehmerverbandes Metall Ruhr-Niederrhein, einem der größten Tarifträgerverbände der Metall- und Elektroindustrie in NRW. „Von Duisburg bis Emmerich, vom Weltmarktführer bis zum Weltkonzern, von der Gewinnung der Metall-Rohstoffe bis zum High-tech-Hersteller: Der neue Vorstand vertritt die Regionen ebenso ausgewogen wie die unterschiedlichen Größen und Branchen unserer Mitglieder“, freut sich Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Metallverbandes. Diese Schlagkraft setze man nicht nur in den künftigen Tarifrunden ein, sondern auch mit Fokus auf die Themen Digitalisierung und Mittelstand.„Die Digitalisierung ist auch in der Metall- und Elektroindustrie angekommen“, erläuterte der neue Vorsitzende Dr. Marcus Korthäuer, Geschäftsführer der Espera-Werke in Duisburg-Duissern, bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Metallverbandes. Während 80 Prozent der Deutschen täglich das Internet nutzten, sei Deutschland beim Thema Digitalisierung im weltweiten Vergleich nur im Mittelfeld angesiedelt. „Um als Unternehmen langfristig international mithalten zu können, muss der Fokus verstärkt auf digitale Technologien und Prozesse gesetzt werden. Längst ist dies nicht mehr nur ein klassisches Thema von Softwareunternehmen“, betonte Korthäuer. Hier gelte es, Unternehmen der Region Rhein-Ruhr beim Aufbau des digitalen Know-hows, bei Produkten, aber auch bei internen Strukturen zu unterstützen und den schnellen Ausbau einer entsprechend digitalen Infrastruktur für die Region zu fördern.Dr. Marcus Korthäuer übernahm das Amt des Vorsitzenden vom Emmericher Unternehmer Wim Abbing. Der Geschäftsführer der PROBAT-Werke war neun Jahr lang Vorsitzender und bleibt dem Metallvorstand als stellvertretender Vorsitzender erhalten. „Die Tugenden, die Sie in der Führung eines Familienunternehmens tagtäglich beweisen, konnten Sie auch in der Führung unseres Verbandes zur Anwendung bringen. Sicher und verlässlich, nachhaltig und langfristig, innovativ und bescheiden – so lautete die unaufgeregte Devise Ihrer Arbeit“, dankte Korthäuer seinem Vorgänger. Auch Korthäuer ist Familienunternehmer: Er führt die Espera-Werke in dritter Generation. Das Unternehmen, das am Standort Duisburg 130 Mitarbeiter beschäftigt, ist Marktführer bei der Kennzeichnung und Verwiegung vorverpackter Lebensmittel.Den neu formierten Vorstand des Unternehmerverbandes Metall Ruhr-Niederrhein bilden neben Korthäuer und Abbing der stellv. Vorsitzende Ulrich Grillo (Grillo-Werke AG, Duisburg). Als Vorstandsmitglieder wiedergewählt wurden Gisela Pieron (Pieron GmbH, Bocholt), Rainer Kammer (Signode System GmbH, Dinslaken) und Ronald Seidelman (Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH, Oberhausen). Neu gewählt wurde Michael Schmidt (Siemens AG, Mülheim); den Vorstand komplettiert der Ehrenvorsitzende Dr. Wolf Aengeneyndt (Schmitz Söhne GmbH, Duisburg).Der Unternehmerverband Metall Ruhr-Niederrhein ist der regionale Tarifträgerverband für die Eisen-, Metall- und Elektroindustrie und die mit ihr verbundenen Wirtschaftszweige. Mit mehr als 22.000 Beschäftigten in seinen Mitgliedsunternehmen ist er einer der größten M+E-Verbände in NRW. Er wurde 1906 gegründet und hat seinen Sitz im HAUS DER UNTERNEHMER in Duisburg. Mit Blick auf die Tarifpolitik der Branche sagt Wolfgang Schmitz: „Im internationalen Wettbewerb wird es für unsere Mitgliedsfirmen immer wichtiger, passgenau und wettbewerbsorientierte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Daran wollen wir in den kommenden Tarifrunden gemeinsam arbeiten.“ Korthäuer ergänzt: „Der kürzlich geschlossene Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie ist eine Herausforderung für den Mittelstand. Insbesondere in Zeiten von nahezu Vollbeschäftigung ist es wichtig, die Entwicklungen zu beobachten und die Unternehmen der Region bei der Umsetzung zu unterstützen.“Mehr unter: www.unternehmerverband-metall-ruhr-niederrhein.orgBildunterschrift:Den neu formierten Vorstand des Unternehmerverbandes Metall Ruhr-Niederrhein bilden (von rechts) Michael Schmidt (Siemens, Mülheim), der neue Vorsitzende Dr. Marcus Korthäuer (Espera, Duisburg), der stellv. Vorsitzende Wim Abbing (PROBAT, Emmerich), Gisela Pieron (Pieron, Bocholt) und Rainer Kammer (Signode, Dinslaken). Ganz links: Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz. (Foto: Unternehmerverband) […]

Immer mehr Wald- und Flächenbrände

Bocholt/Rhede/Isselburg (ots) – Die Feuerwehren Bocholt und Rhede wurden gestern gemeinsam zu einem Flächenbrand an der B 67 alarmiert. Das Feuer konnte durch den gemeinsamen Löschangriff schnell eingedämmt werden.Gefährlicher Leichtsinn könnte nach ersten Erkenntnissen am Mittwoch einen Brand in Isselburg ausgelöst haben – in Gestalt eines Lagerfeuers, das Unbekannte an einem Waldstück nahe der Straße “Am Fenn” entzündeten. Insgesamt 200 Quadratmeter standen gegen 14.00 Uhr in Flammen. Die Feuerwehr Isselburg löschte das Feuer. Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Brandstiftung und bittet Zeugen, sich beim Kriminalkommissariat in Bocholt zu melden: Tel. (02871) 2990.In den Sommermonaten und ganz besonders während der anhaltenden Hitzewelle ist ein besonders vorsichtiger Umgang mit offenem Feuer erforderlich. Das Entzünden eines Lagerfeuers im Wald ist verboten! Zudem gilt im Wald grundsätzlich ein gesetzliches Rauchverbot in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober. Auch sollte kein Glas im Wald zurückgelassen werden – es könnte zu einem gefährlichen Brennglaseffekt kommen. Nicht zuletzt sollten Autofahrer ihre Fahrzeuge nur auf befestigten Flächen abstellen, denn eine heiße Auspuffanlage kann leicht Gras entzünden.Foto: Feuerwehr Bocholt […]