„Ehrenmedaille des Sports” an sechs Teams und 36 Einzelsportler

Kreis Borken. “Sportliche Erfolge sind wie ein guter Wein: Wenn man einmal einen guten Wein getrunken hat, möchte man sich mit einfachem Tafelwein nicht mehr zufriedengeben. Und wenn man einmal gewonnen hat, will man jeden Tag gewinnen.” Mit diesem Zitat eines ehemaligen französischen Leichtathleten begrüßte Landrat Dr. Kai Zwicker nahezu 200 Gäste, die sich zur diesjährigen Sportlerehrung des Kreises Borken im Kreishaus eingefunden hatten. Unter ihnen waren mehrere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie zahlreiche Vertreter der heimischen Sportszene. Im Mittelpunkt der vom Ensemble “Django Flint” musikalisch umrahmten Veranstaltung standen aber die Mitglieder von sechs Mannschaften sowie 36 Einzelsportler/innen, die der Landrat für ihre 2017 erzielten Höchstleistungen auf nationaler und internationaler Ebene mit der “Ehrenmedaille des Sports” auszeichnete. Er ehrte zudem drei Trainerpersönlichkeiten für ihre engagierte, beispielgebende Arbeit im vergangenen Jahr. 

“Spitzensport hat Hochkonjunktur in unserem Lande”, erklärte Dr Zwicker und konstatierte: “Nahezu alle Menschen lassen sich von der Sportbegeisterung anstecken.” Sport, zumal Spitzensport bewege die Gemüter. Daher falle der Blick auch schnell auf die im Kreisgebiet wohnenden bzw. für Vereine im Kreisgebiet startenden Sportlerinnen und Sportler, die im vergangenen Jahr ganz besondere sportliche Erfolge erzielt haben. “Sie sind sportliche Botschafter des Westmünsterlandes”, rief ihnen der Landrat zu. Zudem habe es 2017 wiederum hervorragende Leistungen von Trainern und Übungsleitern gegeben. Er freue sich, drei von ihnen – von den Sportvereinen vorgeschlagen – im Rahmen der Sportlerehrung ebenfalls auszeichnen zu dürfen. Gleichzeitig zeigte sich Dr. Zwicker überrascht über die Vielfalt der Sportarten, die so erfolgreich im Kreis Borken ausgeübt werden. 

Gemeinsam mit dem Moderator der Festveranstaltung, Raimund Stroick, nahm er dann die Ehrungen vor. Die Namen der geehrten Teams und Einzelsportler/innen und ihre sportlichen Erfolge gibt es im Internet unter www.kreis-borken.de/sportlerehrung.

Als “Trainer des Jahres” zeichnete Landrat Dr. Kai Zwicker Werner Niehaus vom LAZ Rhede, Gerrit Völker vom SUS Stadtlohn und Reinhard Wittland vom TV Westfalia 07 Epe aus. 

“Mister Hammerwurf” – Unter diesem Namen ist Werner Niehaus im LAZ Rhede beinahe schon Legende. Seit über 45 Jahren ist er schließlich Trainer mit B-Lizenz in der Leichtathletik in der Disziplin Wurf und seit mehr als 30 Jahren feiert er mit seinen Sportlerinnen und Sportlern Titel und erstklassige Platzierungen im Spitzensport. Die größte sportliche Enttäuschung gab es hingegen wohl im Jahr 1980, als sein Schützling, der Weltklasse-Hammerwerfer Manfred Hüning, wegen des staatlichen Boykotts nicht an den Olympischen Spielen in Moskau teilnehmen konnte. Allein in den letzten Jahren haben die von Werner Niehaus trainierten Sportlerinnen und Sportler mehr als zehn Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften erringen können. Einer seiner Spitzenathleten ist derzeit Hans Wewering, der im Rahmen der Sportlerehrung mit einer “Ehrenmedaille des Sports” ausgezeichnet wurde. Beim LAZ wird das Engagement von Werner Niehaus außerordentlich geschätzt. Er sorge bei den Hammerwerfern für bestmögliche Trainingsbedingungen und vermittle die Tugenden Fleiß, Zielstrebigkeit und Disziplin immer mit der nötigen Portion Spaß und Freude, heißt es in seinem Verein. 

Gerrit Völker – dieser Name steht in Stadtlohn und weit darüber hinaus für Triathlon. 1998 begann er als Jugendtrainer beim SuS Stadtlohn. Im Jahr 2009 erwarb er die Trainerlizenz C im Triathlon. Seine von beispielgebendem Engagement getragene Arbeit im Kinder- und Jugendbereich sorgte dafür, dass zahlreiche Athleten und Athletinnen bei Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften im Triathlon bzw. Duathlon an den Start gehen konnten. 2016 würdigte ihn deshalb der Nordrhein-Westfälische Triathlonverband als “Nachwuchstrainer des Jahres”. Im vergangenen Jahr haben wiederum fünf seiner Schützlinge erste Plätze bei den Jugend- und Juniorenmeisterschaften belegen können – sie wurden im Rahmen der Sportlerehrung ebenfalls mit der “Ehrenmedaille des Sports” ausgezeichnet. 

Die sportliche Karriere von Reinhard Wittland gilt durchaus als außergewöhnlich: In jungen Jahren war er als Fußballer beim FC Epe aktiv. Schon damals faszinierte ihn aber auch Laufen als Wettkampfsport, so dass er sowohl kickte als auch Rennen lief. Ende der 1980er Jahre entwickelte er sich zu einem der überragenden Läufer im Westmünsterland. Obwohl im Besitz der Trainerlizenz im Fußball, übernahm er als Abteilungsleiter die Leichtathletikabteilung des TV Westfalia 07 Epe. Durch jährliche Fortbildungen insbesondere im Rahmen der “Expertenrunde Lauf” erarbeitete er sich auch vertiefendes theoretisches Wissen über diese Sportart. Seinen Höhepunkt als Trainer konnte er 2016 mit Pauline Meyer feiern, die im 1.500m-Lauf den Deutschen Meistertitel für sich verbuchte. Im vergangenen Jahr konnte er mit ihr in dieser Disziplin bei den U20-Meisterschaften den 3. Platz belegen. In seinem Verein TV Westfalia 07 Epe betreut Reinhard Wittland fast 300 Athletinnen und Athleten, davon 29 in der Leistungsgruppe. Mit Franziska Dinkelborg und Pauline Meyer trainiert er außerdem zwei Talente in den Leistungskadern. Seine Leidenschaft für den Laufsport schlägt sich auch in der Organisation des “Michaelislaufs” nieder, der nun schon seit über 30 Jahren in Epe stattfindet. Seit fünf Jahren organisiert er außerdem den “Survival-Lauf”, der sich einer immer größeren Beliebtheit erfreut. Neben der Leitung der Leichtathletikabteilung hat er sich als Fahrzeugbeauftragter, Trainingsleiter und Freizeitenkoordinator im Verein einen Namen gemacht. 

In seinem Schlusswort dankte Landrat Dr. Kai Zwicker allen Übungsleitern und Trainern sowie den verantwortlichen Führungskräften in den Vereinen und in der Sportpolitik für ihr Engagement. Nur so werde für den Einzelnen

Leistungssport überhaupt erst möglich.

Foto: Die Geehrten aus Bocholt und Umgebung

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