August 13, 2022

Stadt arbeitet an Notfallkonzept für den Fall eines Gas-Lieferstopps

Die Verwaltung der Stadt Bocholt arbeitet weiter an der Umsetzung eines Notfallkonzeptes, um sich für den Fall vorzubereiten, dass es einen langfristigen Gas-Lieferstopp durch Russland geben könnte. Derzeit wird bekanntlich kein russisches Gas durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream I geliefert. Die Alarmstufe des Notfallplans Gas hat der Bund bereits aktiviert. „Wir können derzeit nicht abschätzen, wie sich die Lage weiter entwickeln wird“, sagt Bürgermeister Thomas Kerkhoff. Darum sei es wichtig, sich frühzeitig vorzubereiten. „Wir hoffen natürlich, dass es gar nicht erst zu einem längerfristigen Lieferstopp kommt“, so Kerkhoff.

Zum Hintergrund

Ein großer Teil des Gases, das in Deutschland zum Heizen und für die Energiegewinnung eingesetzt wird, stammt aus Russland. Mehr als die Hälfte (laut Betreiber etwa 55 Milliarden Kubikmeter) wird durch die 1.224 Kilometer lange Ostsee-Pipeline Nord Stream I geliefert. Derzeit wird diese Rohrleitung turnusmäßig gewartet, offiziell sollen die Arbeiten in dieser Woche beendet werden. Ob dann jedoch wieder wie gewohnt geliefert wird, ist derzeit noch unklar.

Mehrstufiges System

Sollte es zu einer dauerhaften Verknappung der Gaslieferungen kommen, könnte dies auch Auswirkungen auf die Gas- und Stromversorgung in Bocholt haben. Derzeit befindet sich die Bocholter Energie- und Wasserversorgung GmbH (BEW) im engen Austausch mit größeren Bocholter Unternehmen, um mögliche Abschaltpotenziale zu ermitteln.

Klar ist: Soziale Einrichtungen, Schulen, Krankenhäuser – und auch Privatkunden – gelten als geschützte Kunden. Kürzungen bei der Gasversorgung wird es in diesen Bereichen erst geben, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Sollte sich eine längerfristige Gasknappheit abzeichnen, werde laut BEW zunächst der Betrieb des Bahia-Bades eingestellt.

Welche Maßnahmen notwendig werden hängt davon ab, ob der Bund auch die Notfallstufe des Notfallplans ausruft. Mit Blick auf den bevorstehenden Winter rät BEW-Geschäftsführer Jürgen Elmer zum Energiesparen. „Jeder Kubikmeter Gas, den wir im Sommer einsparen, kann helfen, die Speicher für den Winter zu füllen“, so Elmer.

Stadt arbeitet an Anlaufstellenkonzept

Unterdessen arbeitet der Stadt weiter am der Umsetzung eines Notfall-Anlaufstellenkonzepts. Finanzielle Mittel hierzu sind in der Haushaltsplanung der Stadt Bocholt bereits vorgesehen und politisch beschlossen.

Im Falle eines großflächigen Stromausfalls oder in vergleichbaren Krisensituationen sollen gegebenenfalls notstromversorgte Anlaufstellen in Betrieb genommen werden, an denen die Bürger Informationen und Hilfeleistungen erhalten sowie Notrufe absetzen können.

In diesem Zusammenhang plant die Stadt ebenfalls die Umsetzung krisensicherer Kommunikationswege, um auch bei instabiler Stromversorgung und Ausfall der üblichen Kommunikationsstruktur vernetzt zu bleiben.

Die Stadt Bocholt ist bei den Planungen im engen Austausch mit dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung des Kreises Borken und der Kreispolizei Borken.

Im Notfall vorbereitet sein

Kommunale Hilfsangebote können im Notfall die schwerwiegenden Folgen abmildern, sie ersetzen jedoch nicht den Selbstschutz. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat deshalb Handlungsempfehlungen für den Fall zusammengestellt, dass es zu einer Notsituation (beispielsweise während eines längeren Stromausfalls) kommt.

So empfiehlt das Bundesamt den Bürgerinnen und Bürgern, einen Notfallvorrat von Lebensmitteln und Getränken für etwa zehn Tage vorzuhalten. „Das sollte in der Regel ausreichen, um auch in schwierigeren Lagen die Zeit zu überbrücken, bis staatliche Hilfe eintrifft oder die Notsituation ausgestanden ist“, heißt es auf der Seite des BBK.

Gerechnet wird mit etwa 2000 Kalorien und zwei Litern Flüssigkeit pro Person und Tag. Auch ein von Netzstrom unabhängiges UKW-Radio sollte zur Notfall-Ausstattung gehören, um auch im Falle eines instabilen Stromnetzes Informationen zu erhalten, so die Stadt Bocholt.

Bei einem Medientermin in der Bocholter Feuerwache informierten Bürgermeister Thomas Kerkhoff (von links), Thomas Deckers (Leiter der Feuerwehr Bocholt), BEW-Geschäftsführer Jürgen Elmer und Monika Tenbrock, Leiterin des Fachbereichs Öffentliche Ordnung über die aktuelle Lage.

Quelle: Stadt Bocholt

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