August 15, 2022

Freiluft-Skulpturenausstellung setzt überraschende Akzente in der City

Neue und überraschende Akzente prägen im Sommer die Bocholter Innenstadt. Von 24. Juni bis 25. September 2022 präsentiert der französische Künstler Nicolas Lavarenne in der Innenstadt von Bocholt in der Luft schwebende Figuren, die von Stelzen oder Stangen oder Seilen über sechs Meter in den Himmel gehoben werden – kraftvoll, schillernd, rigoros und gleichzeitig minimalistisch. Kunstwerke, die entsprechenden Raum benötigen, um zur Geltung zu kommen. „Die Stadt Bocholt mit ihren z.T. historischen aber auch modernen Bauwerken und Plätzen bietet die würdige Kulisse, um die Werke beeindruckend in Szene zu setzen, die Skulpturenausstellung ist ein Hingucker für alle Besucher und Besucherinnen“, ist Elisabeth Kroesen, erste stellvertrende Bürgermeisterin, bei der Ausstellungseröffnung überzeugt.
Mitinitator Ludger Dieckhues vom Stadtmarketing hegte schon lange den Plan, die Kunstwerke von Nicolas La- varenne nach Bocholt zu holen. Die in 2019 eingereichte Bürgeridee – eine internationale Kunstausstellung zum Jubiläumsjahr – war der passende Aufhänger. „Ich habe die Werke von Lavarenne 2016 in Antibes gese- hen mit dem Gedanken: die Skulpturen müssten mal nach Bocholt. Dann die Bürgeranregung. Also eine 800 Jahre-Aktion! Die Kunstausstellung ist ein besonderes Highlight zum 800-jährigen Stadtjubiläum und macht Bocholt in diesem Jahr zum Kunststandort,“ meint Ludger Dieckhues, Geschäftsführer des Stadtmarketings. Die erste deutsche und mit 28 Skulpturen an 22 Standorten eine der größten Ausstellungen des Künstlers soll eine überregionale Strahlkraft erzeugen, die Besucherinnen und Besucher aus der Region nach Bocholt in die Innenstadt holen. „Jubiläum feiern und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt aufwerten – passt doch,“ ist sich Dieckhues sicher. Die spannenden Inszenierungen der Skulpturen und die besonders ausgewählten Stand- orte laden dazu ein, die Perspektive zu wechseln und rücken Bauwerke in den Fokus – sie stehen stets in Bezie- hung zu relevanten Gebäuden und touristischen Besonderheiten. Die Skulpturen sind nackt, die Geschlechts- teile sind prominent, sie fallen auf. Die äußerst realistische Darstellung gehört zum Stil von Nicolas Lavarenne.

„Ich forme meine Skulpturen äußerst realistisch, dabei strebe ich nach dem Ausdruck durch die Körperhaltung, mich interessiert die paradoxale Dualität der Situationen. Perfektes Gleichgewicht, jedoch nur für einen Au- genblick. So scheinen die nackten Körper unter dem Auge des Betrachters zu pendeln, dieser entscheidet, ob sie abstürzen oder sich erheben werden.“ so Lavarenne. Der Künstler selbst hat zusammen mit Stadtmarke- ting-Mitarbeiter Tim Becker in den vergangenen Tagen die Skukpturen in Bocholt aufgestellt.

Wie viel Zeit Lavarenne in eine Skulptur investiert, weiß er nicht. „Als Künstler zählt man nicht die Stunden, sondern nur das Resultat.“

Mit seinen monumentalen Skulpturen ist Nicolas Lavarenne über Frankreich hinaus bekannt geworden. Zu seinen größeren Ausstellungen der letzten 10 Jahre gehörten Port Fréjus (F. – 2019 – 19 Skulpturen), Antibes (F. – 2016 – 19 Skulpturen), Interlaken (CH. – 2014 –16 Skulpturen) und Aix-en-Provence (F. – 2012 – 22 Skulpturen). Lavarennes Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in ganz Europa und den USA – er ist in verschiedenen Galerien europaweit in Dauerausstellungen vertre- ten. Die Ausstellung in Bocholt ist seine erste in Deutschland. Die Skulpturen sind Replikas aus Fiberglas – die Originale aus Bronze wären zu schwer.

Mit der Vernissage am 24. Juni 2022 um 17 Uhr am Neutorplatz in Bocholt wurde die Ausstellung in einem ge- bührenden Rahmen eröffnet. Und die Lavarenne-Skulptur „Defi“, welche auch nach der Ausstellung dauerhaft in Bocholt am Neutorplatz verbeiben wird, enthüllt.

Ermöglicht wurde diese große internationale Skulpturenausstellung in Bocholt durch ein großzügiges finanziel- les Engagement der Stiftung der Stadtsparkasse Bocholt zur Förderung von Wissenschaft, Kultur und Umwelt- schutz. „Solch ein Kunsthighlight gehört zum Stadtjubiläum, das wertet unsere Innenstadt auf, das schafft überregionale Aufmerksamkeit, das ist etwas Besonderes für Bürgerinnen und Bürger, das unterstützt die Stadtsparkassenstiftung gern,“ erläutert Kai Enck, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung. Vor allem aber soll nach den Vorstellungen von Stadt Bocholt, Stadtsparkasse Bocholt und Stadtmarketing Bocholt diese Ausstel- lung nicht einfach im September des Jubiläumsjahres 2022 auslaufen. „Es soll etwas bleiben von der Skulp- turenausstellung – über das Jubiläumsjahr hinaus,“ so Karl-Heinz Bollmann, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Bocholt.

Deswegen entschied sich die Stadtsparkasse Bocholt im Rahmen eines Sondersponsorings zum Stadtjubiläum zur Finanzierung einer Bronzeskulptur von Nicolas Lavarenne an der Aa am Neutorplatz. Diese Skulptur „Defi“ wurde im Rahmen der Ausstellungseröffnung vom Künstler, von den Sparkassenvorstän- den Karl-Heinz Bollmann und Joachim Schüling sowie vom Ersten Stadtrat Thomas Waschki enthüllt. „So leis- ten wir als Stadtsparkasse Bocholt einen Beitrag zur Kunst im öffentlichen Raum und schaffen eine dauerhafte Erinnerung an der 800-jährige Jubiläum,“ sagt Sparkassen-Vorstand Karl-Heinz Bollmann. Und der Erste Stadt- rat Thomas Waschki, zugleich ebenfalls Vorstandsmitglied der Stiftung der Stadtsparkasse Bocholt zur Förde- rung von Wissenschaft, Kultur und Umweltschutz, ergänzt: „Die zahlreichen Skulpturen, die bis zum 25. Sep- tember in der Bocholter Innenstadt zu sehen sind, machen einen Besuch in Bocholt zu einem Erlebnis in der City. Wir stellen Kunst im öffentlichen Raum aus, was wir in dem Umfang und in der Größe in Bocholt noch nicht hatten -und eine Skulptur bleibt uns am Neutorplatz durch das Engagement der Stadtsparkasse auch nach Ende der Ausstellung erhalten!“

Related Posts

  1. blank
    Lonnemann says:

    Wieder Mal eine Peinlichkeit mehr in Bocholt. Wer überlegt sich soetwas und findet so eine Skulptur auch noch ansehnlich?

    Aber das ist typisch für die Stadt Bocholt. Hier wird Geld ausgeben für eine Skulptur die keinem richtig interessiert. In Sachen Infrastruktur hinken wir in Bocholt schon seit Jahrzehnten hinterher. Aber auch das Vorhaben die Tribüne vom SC 26 Bocholt an den Hünting zu verlegen ist der nächste Supergau von der der Stadt Bocholt und dem 1FC Bocholt. Das passt wieder genau ins Profilbild der Stadt Bocholt. Ein Brauhaus rottet vor sich hin, das Stadthaus wird für Millionen saniert und weitere Bauwerke sind marode weil sie nie richtig gewartet worden sind. Hier beim 1FC Bocholt stellt sich auch die Frage, ob dann die Gelder abgezogen werden von den 225.000 Euro die der 1FC Bocholt erhalten hat von der Stadt Bocholt. Da holt sich der 1FC Bocholt den Aufschub vom Verband für die Errichtung der Stehstufen um ein weiteres Jahr und gleichzeitig werden 8 neue Spieler verpflichtet. Es wären 5 Wochen Zeit gewesen für die Stehstufen zu errichten und dann wäre auch für die Sicherheit der Gästefans gesorgt, aber der 1FC Bocholt und die Stadt Bocholt schließt lieber ein Freundschaftsspiel gegen den VFL Bochum ab und geht dafür das Risiko ein, dass sich die Gästefans im Winter auf dem Wall schwer verletzten.

    Ein einziges Armutszeugnis für Bocholt das ein kleiner Verein wie der 1FC Düren es schafft in kürzester Zeit ein Regionalliga taugliches Stadion zu erstellen.
    Aber hier in Bocholt werden lieber WC Container aufgestellt, die Tribüne wird vom Nachbarverein umsonst zu erhascht und die Sanierung und Hygiene des ganzen Hüntings interessiert keinen bei der Stadt Bocholt. Hauptsache die Anforderungen des Verbandes werden jetzt irgendwie erfüllt und der Ball rollt.
    Auf ein Open Air Konzert werden Mondpreise für Getränke verlangt. Da zahlen Jugendliche und Bocholter Bürger 5 Euro für ein Wasser oder Coa, Fanta, Bier. Für ein Vodka Energy wurden mal eben 8 Euro verlangt. Aber hier wird ein Fußballverein mit 225.000 Euro für den Leistungssport gefördert und diese Gelder werden noch nicht einmal verbaut. Aber auf der anderen Seite verrottet ein Brauhaus, Stadthaus vor sich hin. Muss sich die Stadt Bocholt mit den hohen Getränkepreisen die Fördergelder vom 1FC Bocholt wieder reinholen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

×

WhatsApp-Schlagzeilen

Senden sie eine WhatsApp mit dem Begriff "START" an Berthold Blesenkemper (unten klicken). Wenn Sie keine Nachrichten mehr erhalten möchten, senden Sie einfach STOPP.

× E-Mail- und WhatsApp-News