„Nachbeben“ erschüttern EWIBO: Geschäftsführer bekommt mit Hanning „Aufpasser“ an die Seite

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Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Die städtische Tochtergesellschaft EWIBO wird nach den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Durchsuchungen durch weitere „Nachbeben“ erschüttert. Geschäftsführer Berthold Klein-Schmeink bekommt auf Beschluss des Rates zum 1. April mit dem städtischen Sozialamtschef Dominik Hanning einen zusätzlichen Geschäftsführer zur Seite gestellt. Die Stadt stoppt außerdem das seit fünf Jahren vor sich hindümpelnde EWIBO-Bauprojekt am Heutingsweg. Und sie hat offenbar mit dem Münsteraner Thomas Fock einen Anwalt aus einer Kanzlei eingeschaltet, die sich unter anderem auf Kommunal- und Abgaberecht spezialisiert hat. Der Jurist ist wohl sehr schnell zu erschreckenden Ergebnissen gekommen. Unter anderem soll er nach Informationen von Made in Bocholt das gesamte Firmen- und Vereinskonstrukt rund um die EWIBO für rechtlich fragwürdig halten und kritisiert haben, dass die Stadt keinerlei Kontrolle über die Vereine Jusina und LIA sowie deren Tochtergesellschaft PSA GmbH hatte.

Gleichzeitig gibt es bereits erste Stimmen in der Politik, die Dominik Hanning nicht für den richtigen Mann als Kontrolleur von Klein-Schmeink halten. Hanning war Anfang 2015 zur Stadt Bocholt gewechselt und hatte dort unter anderem die Leitung des Jobcenters übernommen. Das soll nach Informationen unserer Plattform Geschäfte mit der PSA GmbH unter der Leitung von Klein-Schmeink gemacht haben. Denn die zur EWIBO-Gruppe gehörende und auf „Arbeitsmarktdienstleistungen“ spezialisierte Personal- und Service Agentur hilft seit Jahren „arbeitslosen und arbeitssuchenden Menschen dabei, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden“. Ein lukratives Geschäft, wie ein Blick in die Bilanz verrät.

Auch der Ausbau der EWIBO zu einer Wohnungsbaugesellschaft scheint erst einmal auf Eis zu liegen. Darauf deutet der Stopp der Projektes am Heutingsweg hin. Dort hatten unter anderem 84 Wohnungen, eine Kindertagesstätte und mehrere andere Einrichtungen entstehen sollen. Doch es kam immer wieder zu Verzögerungen und auch wohl zu erheblichen Verteuerungen. Zuletzt wurde nach MiB-Informationen nicht gebaut, weil die Losgrößen in den Ausschreibungen derart überdimensioniert waren, dass sich für manche Gewerke keine Handwerker fanden. Rechtsanwalt Thomas Fock stellt die Tätigkeiten der EWIBO in diesem Bereich inzwischen offenbar sogar generell in Frage.

Unruhe auch im Aufsichtsrat. Dort werden vor allem einige ehemalige Mitglieder nervös. Denn die anwaltlich festgestellten Mängel waren seit Jahren bekannt. Bereits im Oktober 2018 hatte Made in Bocholt über die fragwürdige Vereins- und Firrmenkonstruktion, über Verstöße Paragraph 107 der Gemeindeordnung sowie über aus Sicht unserer Plattform unerlaubte wirtschaftliche Betätigungen der EWIBO-Gruppe berichtet.

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  1. Es ist ja schön und produktiv, wenn man sich in einer Stadt untereinander kennt und gut zusammenarbeitet. Aber so viel wie man sich hier in Bocholt gut kennt und Hand in Hand miteinander/durcheinander arbeitet und wirtschaftet, so etwas ist wohl zu viel des Guten.

  2. Zum Stop des Bauprojektes am Heutingsweg. Bocholt benötigt dringend bezahlbaren Wohnraum.Nun wird das baureife Projekt gestoppt, Wie geht es weiter? Interessierte sollten ins Internet gehen, sich über den die Stadt vertretenden RA Thomas Fock und die Verflechtungen der Kanzlei zur Immobiliengesellschaft Pyramis, seine Mitgliedschaft in der Mittelstandsvereinigung Münsterland, der auch BM Kerkhoff angehört, informieren. Übernahme oder Ausführungsvorhaben der baureifen Pläne der Stadt???

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