ORBIS – ein Projekt baut Brücken zwischen den Kulturen in Bocholt

ORBIS – ein Projekt baut Brücken zwischen den Kulturen in Bocholt
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Ahmad Mahar Akam und Khaled Aidy sind vor dem Bürgerkrieg aus Syrien nach Bocholt geflüchtet. Hier standen sie vor dem Nichts – fremdes Land, fremde Sprache, fremde Kultur. Doch die beiden haben es geschafft und sich erfolgreich integriert. Während dieser Zeit erkannten sie bei vielen ausländischen Mitbürgern aus diversen Nationen ein gewaltiges Informationsdefizit. Wo kann man was am besten einkaufen? Wer leistet Hilfe bei Behördengängen? Mit welchem Arzt kann man sich am besten verständigen? Fragen über Fragen, auf die Ahmad und Khalid Antworten geben wollten. Sie initiierten das Projekt „Orbis”, fanden mit Hilfe der Volkshochschule Mitstreiter und starten jetzt innerhalb Internet- und Social-Media-Portals Made in Bocholt unter der Adresse orbis.madeinbocholt.de <orbis.madeinbocholt.de/> die gleichnamige mehrsprachige Plattform.

„Orbis” will nützliche Tipps geben, Interessantes zum Alltagsleben in der Stadt erzählen und Brücken bauen. „Ziel ist es, die Gemeinschaft in der Stadt zu fördern”, erklärt Projektmanagerin Elisabeth Schmeinck. Die Artikel und Fotos werden von Laien und Profis erstellt. Einer von ihnen ist der gelernte Journalist und Redakteur Jochen Freund. Er legt besonderen Wert darauf, dass nicht nur die Flüchtlinge künftig mehr über Bocholt erfahren, sondern umgekehrt die Bocholter auch über ihre neuen Nachbarn.

Ein anderer ehrenamtlicher Helfer ist Hans-Jürgen Dickmann. Der Zahntechniker in Ruhestand freut sich nicht nur über die Hilfe, die er den Fremden geben kann, sondern sieht in der Zuwanderung eine Chance für die unter latentem Nachwuchsmangel leidende Wirtschaft. Auch Im Bereiche der Pflege könnten so Kräfte gewonnen werden, heißt es. Grund genug für Dickmann, sich als künftiger Redaktionsleiter zu engagieren und zudem seine Freunde vom Lions-Club Rhein-Issel zu überzeugen, 2000 Euro als Anschubfinanzierung für das Projekt zu spenden.

Made-in-Bocholt-Macher Berthold Blesenkemper schließlich stellte sein Internetportal und Know-how zu Verfügung. „Online erreicht man die Menschen am schnellsten und einfachsten. Außerdem lassen sich mit Hilfe von automatischen Übersetzern die anfänglichen Sprachbarrieren überwinden”, so der Bocholter.

Die Verknüpfung mit einem etablierten Medium bringt weitere Vorteile. In Orbis ist ein Kanal mit aktuellen, automatisch in sechs Sprachen übersetzen Lokalnachrichten aus Bocholt integriert. Zudem können ausgesuchte, auch für Bocholter interessante Berichte aus dem Projekt automatisch in den täglich aktuellen Lokalnachrichten-Strom von Made in Bocholt übernommen werden.

Das Projekt stieß bereits überregional auf Interesse. Experten des Institut Empirika aus Bonn besuchten im Auftrag des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat die Redaktionssitzung in Bocholt und werden demnächst in ihrem Magazin Stadtpilot darüber berichten. Prima Idee meinten auch die Initiatoren des Programms „Gute Sache Bocholt“ und zeichneten Orbis heute Abend während einer Abschlussveranstaltung in der Stadtsparkasse mit einem Zertifikat aus. „Kaum am Start und schon eine Urkunde. Das fängt ja gut an“, freute sich Elisabeth Schmeinck.

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