DGB fordert regionalen Aktionsplan zur Gestaltung der Digitalisierung

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert einen regionalen Aktionsplan zur Beschleunigung und Gestaltung des digitalen Wandels im Münsterland. Damit sollen vor allem die wirtschaftlichen Chancen der Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelt für die Region nutzbar gemacht werden. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften wollen vor allem über die betriebliche Mitbestimmung die technologischen Veränderungen aktiv so beeinflussen, dass die Arbeitsmarktchancen für alle Menschen verbessert und Arbeitsbedingungen sozialverträglich gestaltet werden.

„In vielen Regionen Deutschlands wird bereits unter Einbeziehung von Gewerkschaften, Unternehmen und einer Vielzahl anderer Einrichtungen an einer aktiven Förderung der Digitalisierung sowie an der Modernisierung der Infrastruktur gearbeitet. Auch das Münsterland ist dabei, sich hinsichtlich der Digitalisierung breit aufzustellen, um den wirtschaftlichen Anschluss nicht zu verlieren. Leider gibt es bei uns aber noch zu viel digitale Kleinstaaterei und es wird nicht zusammenhängend über Gestaltungsmöglichkeiten nachgedacht. Politik und Sozialpartner sollten jetzt gemeinsam Chancen für neue Arbeitsfelder und Arbeitsplätze ausloten“, fordert DGB-Gewerkschaftssekretär Volker Nicolai-Koß.

Der DGB sieht eine Schlüsselfunktion in einem regionalen Aktionsplan. In diesem sollte beispielsweise zusammengetragen werden, welche Techniktrends und regionale Maßnahmen andernorts verfolgt werden und welche Rückschlüsse sich daraus für das Münsterland ergeben könnten. Vor allem müsse es gelingen mit Fachleuten alle Fragen von guter Arbeit in digitalen Fabriken, Verwaltungen und Betrieben, von Ausbildung und Qualifizierung sowie zu Arbeits- und Datensicherheit erörtern. „Alle Berufsbilder und Ausbildungsgänge sowie das Lernen an sich verändern sich in einem rasanten Tempo. Die Beschäftigten fragen sich zu Recht, ob ihre Arbeitsplätze morgen noch sicher ist. Welche Folgen hat Digitalisierung für die duale Berufsausbildung und überbetriebliche Ausbildung? Wie kann betriebliche Weiterbildung organisiert werden? Wie können wir Unternehmen in der Sharing-Economy dazu verpflichten, sozialversicherungspflichte Jobs anzubieten?“ fragt Nicolai-Koß.

Der DGB würde es laut Nicolai-Koß begrüßen, wenn im Münsterland nun rasch Strategien entwickelt und verfolgt würden. „Wir stehen in unserer Region keineswegs am Nullpunkt. Mit der regionalen Initiative ‚Kompetenznetzwerk Zukunftssicherung‘ oder zum Beispiel bei der Aufstellung der Schulentwicklungspläne haben sich schon zahlreiche Partner unter Beteiligung der Gewerkschaften zusammengefunden. Jetzt muss sich auch die Politik mit den Sozialpartnern auf den Weg machen und einen zukunftsweisenden Aktionsplan erstellen. Wir dürfen die Entwicklungen nicht nur abwartend zu Kenntnis nehmen sondern müssen jetzt agieren“, so Nicolai-Koß.