Oktober 20, 2021

Serie 36,5 Grad: Der “Bitcher” – Nix für Seitenscheitel-Griller

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Von BERTHOLD BLESENKEMPER

Beim Grillen verwandelt sich Philipp Schlatt in einen knallharten Stahlburschen. Dann wird aus dem 28-jährigen Betriebswirt und Dachdecker ein cooler Marketingfachmann mit Vorlieben für saftige Rinder-Steaks und markige Sprüche. „Alles unter 300 Gramm ist bei mir Carpaccio“, meint der Bocholter lässig und wendet ein Filet in seinem glänzenden „Bitcher“. So heißt der Oberhitzegrill, den Schlatt zusammen mit drei Freunden entwickelt hat. Das Gerät fällt auf durch sein puristisches Design und mehr als 800 Grad Hitze, die ein spezieller Gasbrenner entwickelt. „Nix für Seitenscheitel-Griller“, meint Phillip Schlatt und kann sich dabei ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.

Die Idee zum Bitcher kam dem Quartett während einer Party. Es müsste etwas geben, was die „Gutesteaksgibtesnurimsteakhouse-Meinung“ pulverisiere, so die vier. Ein, zwei Bierchen weiter war auch der passende Name gefunden: „The Bitcher“. Vornehm ins Deutsche übersetzt, bedeutet das „Der Unartige“. „Der Name sollte die Philosophie widerspiegeln und leicht zu merken sein“, erklärt der Bocholter. Die vier entwickelten, experimentierten bauten einen Prototypen, verhandelten mit Zulieferern und gründeten schließlich die Stahlburschen GmbH. Die hat den „Bitcher“ inzwischen erfolgreich auf den Markt gebracht.

Der Grill hat mit seinen 26 Zentimetern Breite und 40 Zentimetern Tiefe Platz für zwei Steaks. „Aber wir schrecken auch nicht vor Würstchen, vor Geflügel oder Gemüse zurück. Nur sollte man das alles auf einer tieferen Ebene und damit bei weniger Hitze grillen“, erklärt der 28-Jährige. Wer’s größer braucht, der kann den GroBI bestellen, den großen Bitcher mit zwei Brennkammern und doppelt so großer Fläche.

Die enorme Hitze, die der Bitcher ausstrahlt, macht das Grillen sehr schnell. Innerhalb von einer Minute sind die Brennkammern auf Temperatur. Legt man dann das Steak zwei bis drei Zentimeter darunter, kann man es bereits nach rund 60 Sekunden wenden. „Nur nicht mit langem Vorspiel aufhalten“, so die Devise der Erfinder. Ist das Fleisch schließlich fertig, sollte es auf der untersten Ebene noch für ein, zwei Minuten ruhen. Danach kann es aufgeschnitten und in kleinen Portionen serviert werden.

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Verkauft wird der Grill hauptsächlich online. Hier wird der Bitcher unter dem Hashtag #bitchyourbeef promotet. In Bocholt bietet Philipp Schlatt ihn in seinem Service-Standort auf der Franzstraße 26 an. Bei Bedarf gibt es auch noch Zubehör wie Messer, Grillschürzen oder Handschuhe dazu. Neben dem Grill liefern die Stahlhelden auch gleich Rezepte und Tipps zu Handhabung mit.

Längst ist das Fernsehen auf den Bitcher aufmerksam geworden. Während der BBQ-Convention in Köln stellte ein TV-Team den Grill für das Morgenmagazin von RTL vor. Auch bei der Deutschen BBQ-Meisterschaft in Fulda erntete das Gerät viel Lob.

Übrigens: Nach dem Grillen werden die Stahlburschen zu Putzhelden. Dann muss der Bitcher wie jeder andere gereinigt werden. Denn auch wenn sein Name im Englischen ein wenig dreckig klingt, aussehen muss er möglichst immer 100 Prozent propper.

Lesen Sie diesen Bericht auch im Bocholter Stadtmagazin PAN

 

 

 

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